Leser-Rezension zu „Die Meisterin der schwarzen Kunst” von Guido Dieckmann
am 2.10.2010
Wir schreiben das Jahr 1605. Im Dorf Mannheim lebt die junge Henrike als Pflegetochter des Hutmachers Hahn. Sie ist immer wieder Anfeindungen ausgesetzt und gilt als Außenseiterin, da sie die Tochter einer Geächteten ist. Über ihre Herkunft ist wenig bekannt. Ihre sterbende Mutter, die Hahn mit einem Brandzeichen markiert in einem verfallenen Haus nahe Heidelbergs fand, hat ihm das Kind anvertraut. Gleichzeitig sollte er sich jedes Jahr an einem bestimmten Treffpunkt eine Summe Geld abholen. Da erscheint im Dorf der Baumeister Barthel Janson. Er nimmt ohne Begründung Henrike zu sich. Janson soll für den Kurfürst eine neue Festung bauen. Dafür braucht er das Land der Bauern. Doch die wehren sich ...
Henrike und Jansons Nichte Anna freunden sich an. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Janson wird ermordet. Anna beschuldigt Henrike und trachtet ihr nach dem Leben. Henrike flieht nach Straßburg. Dort findet sie Arbeit bei Johannes Carolus, den sie während seines Besuches bei Janson kennengelernt hat. Er will die erste Zeitung in Deutschland herausgeben. Henrike darf dabei mitarbeiten. Die arbeit macht ihr Spass. Doch Anna bleibt ihr auf der Spur und Henrikes Vergangenheit weiter mysteriös...
Dem Autor ist ein spannender historischer Roman gelungen. Geschickt verknüpft er tatsächliche historische Ereignisse mit fiktiven Elementen. Gut finde ich, dass im Nachwort auf historische Tatsachen hingewiesen wird. Dadurch braucht sich der interessierte Leser nicht um eigene Recherchen zu bemühen.
Wie schwierig es in der damaligen Zeit war, eine Zeitung herzustellen, die aktuell sein sollte, wird beim Lesen deutlich. Gleichzeitig kommt zum Ausdruck, dass die Zeit dafür reif war. Die Lebensumstände der damaligen Zeit werden im Roman gut dargestellt. Dabei spannt sich der Bogen der Erzählung weit über Deutschland hinaus.

