Leser-Rezension zu „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen” von Hallgrimur Helgason
am 1.08.2010
Anders als alles andere! Dieses Buch sprüht vor Ideenreichtum, Sprachwitz, Sarkasmus und Überraschungen. Alleine die Idee ist genial: Ein höchst erfolgreicher Auftragskiller in den USA landet einen Patzer und muss schnellstens ausser Landes, egal wohin. Da auch eine Tarnidentität platzt, bleibt ihm nur eine Wahl: Er tötet auf dem Flughafen einen Mann, der ihm ähnlich sieht, nimmt seine Papier inkl. Flugticket an sich und übernimmt seine Identität. Dabei landet er einen Treffer, der an Sarkasmus kaum zu übertreffen ist, denn plötzlich befindet er sich in der Rolle eines bekannten Fernsehpredigers, der in Island erwartet wird und sofort vor die Kamera gestellt wird. Schon bald geht alles drunter und drüber, er fliegt auf, soll bekehrt werden, verliebt sich in die Tochter eines Priesters etc. ... - Doch nachdem der Leser ausgiebig gelacht hat, stockt der Atem, denn es wird geradezu unheimlich. Und plötzlich bemerkt man das eigentliche Thema des Buches: Die Traumata des Balkankrieges. Und dann wird es richtig schlimm und hört nicht mehr auf, dann ist Schluss mit lustig ...

