Leser-Rezension zu „Filmreif” von Hanna Marjut Marttila
am 7.09.2011
Zum Inhalt:
Wenn sein Leben ein Film wäre, würde der 15-jährige Torsten gewisse Dinge einfach ausblenden: Eltern, die saufen, zum Beispiel. Oder eine Schwester, die die Sache mit der Verhütung nicht auf die Reihe kriegt. Doch leider ist das hier kein Film, sondern das echte Leben - sein Leben. Aber was, wenn er trotzdem versuchen würde Regie zu führen?
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Meine Meinung:
Langweilig. Langweilig und uninteressant sind wohl die beiden zutreffendsten Adjektive für dieses Buch. Langweilig, weil sich die Geschichte wirklich extrem zieht und uninteressant, weil, wenn man schon ein paar Bücher in diese Richtung gelesen hat, einen Torstens Probleme – die Alkoholsucht seiner Eltern und die Schwangerschaft seiner Schwester – sehr bekannt und nur noch ein weiteres Mal aufgebrüht vorkommen.
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Zitat:
„Die absolute wahre Kurzzusammenfassung, die ich jederzeit ohne Peinlichkeiten verkünden kann, lautet also: Unsere Eltern sind Alkoholiker und ihre Krankheit ist für unsere Familie die Wurzel allen Übels.“ (S.73)
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Und darüber debattiert er wirklich ewig. Die erste Hälfte besteht aus einer minimalen Handlung (seine Schwester kommt in sein Zimmer, sagt ihm, dass sie schon wieder schwanger ist und sie das Baby behalten wird) und aus umso mehr Hintergrundinformationen, für die er sehr weit ausholt und von denen er manchmal sogar auch noch abschweift. Auch habe ich mich überhaupt nicht in die Charaktere miteinbezogen gefühlt. Da erzählt Torsten, dass er Panik bekommt, doch anstatt, das in irgendeiner Form dem Leser näher zu bringen, lässt er sich darüber aus, wie dämlich es doch sei, dass panische Menschen im Kreis laufen.
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Zitat:
„Tja, wenn jemand so denkt und nicht glaubt, dass ich die Geschichte unserer Familie absolut wahrheitsgetreu wiedergebe, dann sollte der-oder diejenige an dieser Stelle lieber aussteigen und ehrlich sagen: Scheißfilm, Cut, Ende!“ (S.88)
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Das war das Stichwort. Es ist zwar nicht so, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Situation, die er schildert, durchaus in der Realität vorkommt, doch wenn ich bei einem Buch aus dem Gähnen nicht mehr herauskomme, gibt es tatsächlich einen Cut. Da kann die ganze Geschichte so sozialkritisch sein, wie sie will.
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Ich verteile 1,5 Sterne. Den halben Stern gibt es noch für das Ende, das zwar auch nicht umreißend ist, aber besser als das, was ich davor gelesen habe.

