Leser-Rezension zu „Die Spur der Kinder” von Hanna Winter
am 11.08.2010
Ich bin völlig unausgeschlafen. Und Hanna Winter ist schuld. Na gut, ein bisschen Mitschuld trifft mich auch, schließlich bin ich auf die Idee gekommen, dieses Buch ausgerechnet spätabends anzufangen. Aber dass ich dann nicht aufhören konnte, bis ich es ausgelesen hatte, das ist ganz allein Schuld der Autorin, die einen derart spannenden Thriller geschrieben hat.
Es beginnt mit einer jungen Frau, die durch den Wald rennt. Wird sie verfolgt? Schließlich sucht sie Zuflucht im einzigen bewohnten Haus einer verlassenen Siedlung. Hat sie hier Hilfe zu erwarten? Woher kommt das Kinderweinen?
Szenenwechsel. Fiona Seeberg ist das Schlimmste passiert, was einer Mutter geschehen kann: Ihr Kind ist seit zwei Jahren verschwunden. Nun steht der Kommissar, der damals ihren Fall bearbeitet hat, wieder vor ihrer Tür: Ein weiteres Kind wird vermisst. Und es wird nicht das letzte entführte Kind bleiben.
Alle vermissten Kinder besuchten die gleiche Kita. Zufall? Was hat der Erzieher zu verbergen? Ist der Rentner, der den Kindern Bonbons schenkt, pädophil? Warum verhält sich Fionas Verlobter Adrian so seltsam? Was hat es mit Theresa auf sich, die Fiona auf einem Treffen der Anonymen Alkoholiker kennen lernt und die sich geradezu aufdrängt?
Neben dem Handlungsstrang der Ermittlung und der Handlung um Fiona werden immer wieder die Geschehnisse in einem Keller eingeblendet. Werden dort Rituale vollzogen?
Hanna Winter verknüpft die verschiedenen Handlungsstränge äußerst geschickt. Ihr Schreibstil ist temporeich und lässt auch die Nebenfiguren plastisch werden. Kleinere Ungereimtheiten und Logikfehler der Handlung lasse ich einem Erstlingswerk durchgehen, erst recht, wenn ich so spannend unterhalten werde.
Laut Klappentext arbeitet die Autorin bereits am nächsten Buch. Ich hoffe, sie beeilt sich und plane schon einmal die nächste durchlesene Nacht ein.

