Leser-Rezension zu „Wer die Nachtigall stört...” von Harper Lee
am 30.05.2011
Es gibt Bücher und Geschichten von denen hört man immer wieder, nimmt sich vor diese bald zu lesen und kommt dann doch nicht dazu.
Bei mir gehört sicherlich „Wer die Nachtigall stört“ zu dieser Sorte. Jetzt konnte ich dieses Versäumnis nachholen und bin sehr froh und glücklich darüber.
Die Geschichte spielt im Süden der USA in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Erzählerin ist das Mädchen Scout, die am Beginn 6 Jahre jung ist und am Ende 9 Jahre. Sie und ihr Bruder Jem wachsen bei ihrem Vater Atticus auf. Dieser ist Anwalt und versucht seine beiden Kinder in seinem liberalen Sinn zu erziehen. Er erklärt ihnen auf verständliche Weise die Welt und schützt sie nicht immer vor dem Bösen. Die zwei schauen zu ihm auf und respektieren und lieben ihren Vater sehr. Scout erzählt von ihren ersten Schultagen, ihren Erlebnissen und Sorgen.
Doch neben ihrem üblichen gemächlichen Leben ziehen schwarze Wolken am Himmel auf. Ihrem Vater Atticus wird die Verteidigung eines Schwarzen übertragen. Dieser wird beschuldigt eine weiße Frau angegriffen und vergewaltigt zu haben. Ein Vergehen für das die Todesstrafe verhängt wird. Niemand glaubt einem Neger, die Weißen haben immer Recht. Die Zeit der Verhandlung wird zu einer schwierigen Zeit für die gesamte Familie. Doch in dieser Phase stellen sich unfreundliche Menschen als Freunde heraus, Geheimnisse werden gelüftet und wieder begraben.
Ich kann verstehen, dass Harper Lee nach diesem Roman nichts mehr veröffentlich hat. Er wäre schier unmöglich gewesen, diese Geschichte noch zu toppen. Eine Erzählung, die immer die richtigen Worte trifft, den richtigen Ton, die uns Hoffnung auf Gerechtigkeit gibt, obwohl diese wohl nie zu erreichen sein wird.
Dieses Buch bekommt in meinem Regal einen Ehrenplatz und wird sicherlich nochmals gelesen.

