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Alle anzeigenThe iron butterfly
Vor 1 Jahr
(21)Murakamis 1Q84 Buch 1&2 hat sich für mich als eindrucksvoll surreales Bildnis menschlichen Daseins präsentiert. Die Konsequenz jeglicher Entscheidung, sei sie noch so unbedeutend im Augenblick, ihr Echo hallt noch Jahre später zu mir zurück. Es gibt keine Umkehr, keinen Replaymodus, kein „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Wie Aomame suchen wir die Notleiter auf der Autobahn des Lebens, aber sie ist nicht mehr existent, diese Pforte bleibt auf immer verschlossen.
…Und wie silbrig leuchtendes Vollmondlicht schleicht sich Satz um Satz aus dieser Lektüre in mein Bewusstsein. Lässt mich nicht mehr zur Ruhe kommen.
Erstaunlich, wieder einmal, Murakamis Protagonisten, die doch in keine Schublade passen, keinem Klischee entsprechen und mir gerade deshalb so tief aus der Seele sprechen. Ich bewundere diese emotionale Tiefe des Herrn Murakami, der sich mir damit mittlerweile als unentbehrlich erwiesen hat. Eine Zuflucht, eine Insel…und plötzlich will ich meinen Resturlaub einreichen, alle Überstunden abfeiern, die Türen schließen, das Telefon ausstecken und ausgerüstet mit einer Kanne Tee und einer Notration Keksen in den Kissen versinken.
„Die Sätze hatten seinen Körper passiert.“ wirbelten wie Herbstwind durch meine Moleküle und hinterlassen auch jetzt ein Gefühl wie damals in Kindertagen auf dem Spielplatz dieses Handkarussell. Eine große Verlockung, schneller und schneller zu drehen oder angeschubst zu werden…danach bleibt noch lange dieses schwindelige Hochgefühl, ein Hauch von Unwohlsein und eine große Sehnsucht zurück.
Tiefgründig, einfühlsam, nachhaltig spürbar.
Buch 3 liegt hier und schimmert grünlich wie der zweite Mond am Firmament.
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