Rezension zu "Afterdark" von Haruki Murakami

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sim

Vor 2 Jahren

(10)

Menschen streifen durch die Nacht. Alle haben ein Geheimnis, alle sind in irgendeiner Form auf der Suche nach Halt. Manchmal begegnen sie sich, hinterlassen Spuren bei dem anderen, mal brutal, wie der Büroangestellte, der eine Prostituierte brutal zusammenschlägt und ausraubt, mal durch Verständnis und Zuhören. Alle Menschen haben ihre Facetten, niemand ist nur böse, selbst die Abgründe entstehen aus dieser Suche nach Halt. Und als die Nacht endet, hat niemand wirklich gefunden, was er sucht, aber mancher wenigstens einen Hinweis erhalten.
Das Buch ist warmherzig, getragen von der Musik der Nacht, die die Suche der Menschen begleitet. Beeindruckend die Bilder, etwa Eri, die sich vor den Ansprüchen an sie in den Schlaf flüchtet und deren Einsamkeit durch eine Parallelwelt in einem Fernseher dargestellt wird, in der sie gefangen ist. Nur dort wacht sie auf, kann betrachtet werden in ihrer Schönheit. Einsamkeit aus Perfektion, die selbst von der Schwester als Unnahbarkeit erlebt wird. Ein sehr schönes Buch, wenngleich ich es nicht so verschlungen habe, wie "Kafka am Strand".

Autor: Haruki Murakami
Buch: Afterdark
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