Leser-Rezension zu „Tanz mit dem Schafsmann” von Haruki Murakami
am 24.06.2010
Nachdem ich vor einigen Jahren "Wilde Schafsjagd" las und daran aber nur noch rudimentäre Erinnerungen hab (und deswegen seit geraumer Zeit versuche meine Bucherinnerungen hier zu fixieren) war ich mir am Anfang von "Tanz mit dem Schafsmann" lange nicht sicher, ja geradezu überzeugt, das Buch bereits gelesen zu haben. Erst ein Querlesen und durchblättern konnte mich davon überzeugen, dass ich das Buch noch nicht kannte und ich lies mich auf den Tanz ein.
Auch wenn bei "Tanz mit dem Schafsmann" wie so manches Mal bei Murakami die traum- oder auch alptraumhaften Parallelwelten eine Rolle spielen, ist der Weg zurück ins Hotel Delfin ein traumhaft schöner und manchmal möchte man gar nicht mehr aufhören dem Helden bei seinem seltsam zähen Leben zuzuschauen.
Murakami fesselt nicht zwingend durch die Story sondern vielmehr durch seine wunderbar melancholische und melodische Sprache (erneut wunderbar übersetzt von Sabine Mangold), durch die dezent eingestreute Erotik und durch das Fremde, was er uns nah bringt. Ein großartiger Autor.
Kommentare zu dieser Rezension
Saari vor 1 Jahr
"Murakami fesselt nicht zwingend durch die Story sondern vielmehr durch seine wunderbar melancholische und melodische Sprache" --- und das spricht MIR aus der Seele! Das hast du treffend formuliert und ist zum Beispiel auch auf 'Mister Aufziehvogel' anwendbar.



