Leser-Rezension zu „Die Wundärztin” von Heidi Rehn

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (8)

traumwald traumwald
Verfasst von traumwald
am 13.09.2011
 

Lovestory 30jähriger Krieg??? "Die Wundärztin" von Heidi Rehn

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Aus dem Klappentext:
Deutschland im Dreißigjährigen Krieg: Die kluge Södlnertochter Magdalena arbeitet als Wundärztin im kaiserlichen Tross. Bald entbrennt sie in großer Liebe zu dem Kaufmannssohn Eric, der seit dem Tod seiner Eltern allein lebt. Doch es ist eine verbotene Liebe, denn die Väter der beiden standen sich einst in Feindschaft gegenüber. Nach einer Schlacht verschwindet Eric spurlos - und Magdalena muss eine folgenschwere Entscheidung treffen...
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"Sehr gut recherchiert" - so steht es auf dem Klappentext, doch mir war es eindeutig zu wenig. Der späte 30jährige Krieg dient eher als Randhandlung und wurde (so kommt es mir zumindest vor) von der Autorin, anhand einer chronologisch aufgebauten Zeittafel, kurz und knapp abgearbeitet. Es wirkte auf mich mehr farblos als lebendig und oft nicht nachvollziehbar. So war es auch in der Handlung, in welcher der Prolog insgesamt am spannendsten war. Sie verwirrte mich dennoch und hatte im Bezug auf die Feindschaft zwischen dem Großvater der Söldnerstochter Magdalena und Erics Großvater, die erste und wohl wichtigste aller aufkeimenden Fragen aufgeworfen.
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Magdalenas Vater verbietet ihr den Umgang mit Eric, doch er verschweigt ihr das WARUM. Wie kann es sein, dass man einen armen verlorenen Jungen lediglich ins Gesicht sieht und darin den Feind zu erkennen vermag; ihn verachtet, obwohl er seine Tochter heldenhaft gerettet hat? Wie kann es sein, dass diese elementare Frage bis zum Schluß nicht geklärt wird? Was Magdalena von Eric bleibt, ist das Familienerbstück, dass er an sie weitergegeben hat. Ein ganz besonderer Bernsteinanhänger, der sie beschützen soll und beide in der Not zusammenführen würde.
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Magdeburg stand lichterloh in Flammen
Noch im Prolog liest man über den Sturm auf die Stadt und darüber, dass Magdalena den Pappenheimerschen angehört und für die gerechte Sache des Kaisers kämpft. Über die feindlichen Truppen in der Stadt erfährt man nichts genaueres.
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Die Schlacht bei Freiburg im Breisgau ( Juli bis August 1644)
Das erste Kapitel beginnt damit, dass sich Eric und Magdalena engumschlungen in den Armen liegen. Wie schön, dass die Liebenden wieder zueinander gefunden haben, dachte ich mir. Dem Bernstein sei gedankt! Man erfährt jedoch nichts über die tatsächlichen Beweggründe, die die Familie dazu bewogen hatte, nach Freiburg zu gehen oder darüber, was in der Zwischenzeit passiert war. Eigentlich schade, denn das hätte wirklich spannend werden können. Eric hatte mittlerweile das Handwerk des Zimmermanns erlernt und Magdalena, die von klein auf in dem Tross des kaiserlichen Heeres aufwuchs und sich dort die Kenntnisse der Feldscher zu eigen machte, fand ihre wahre Bestimmung in der Tätigkeit als Wundärztin.
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Im Lazareth - "Die Franzmänner kommen - rette sich wer kann!"
Hier kam für einen kurzen Moment ein wenig mehr Spannung auf. Das Lazareth wurde von den Franzosen überfallen. Die Söldnertruppen der Schweden hatte man allerdings nicht erwähnt. Magdalenas Vater wurde tödlich verletzt und starb in ihren Armen. Seine letzten Worte waren, dass sie sich von Eric fernhalten solle, er würde sie ins Verderben bringen. Magdalena sank in ihrer Trauer erschöpft an einem Baumstamm nieder und fragte sich, ob Mercys Truppen sich zurück gezogen hatten. Plötzlich wurde sie von drei Soldaten umzingelt. In den hungrigen Augen der Männer sah Magdalena was ihr bevorstehen würde. Doch ("Tata!") plötzlich war ihr Retter wieder da und alle Spannung verflog im Nu. Das war nicht mal das Schlimmste! Gerade erst ist ihr Vater verstorben, um sie herum tobt eine blutige Schlacht und Eric und Magdalena haben nichts anderes im Sinn, als sich ihrer zügellosen Liebe hinzugeben und an den kuschligen Heuboden zu denken. Kurze Zeit später ist der Zimmermann spurlos verschwunden. Magdalena wirkte verloren und blieb beim Tross.
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Spätestens da verlor ich die Lust. Doch vielleicht hätte ich etwas verpasst? Vielleicht würde die Spannung noch kommen? Vielleicht würden mir all meine Fragen noch beantwortet werden? Man sagt "Die Hoffnung stirbt zuletzt", doch ich wurde enttäuscht. Die literarische Prosa empfand ich phasenweise nicht angebracht - mehr gewollt als gekonnt. Der Sprachstil war nicht gleichbleibend und wirkte auf mich irgendwie aufgesetzt. Vieles wirkte auf mich zu abgehackt und nicht wirklich abgeschlossen. Zu viele Fragen bleiben offen. Es tut mir leid, aber mich hat dieser historische Liebesroman nicht vom Hocker gerissen. Roswitha und selbst die böse Cousine empfand ich von allen Charakteren am glaubwürdigsten. Es ist kaum zu glauben, wie sich die Autorin an belanglose Dinge gekrallt hat und diese so detailliert schilderte, dass es kein Vorankommen gab. Dies nahm der Geschichte den letzten Lebenshauch und ließ sie verblassen.Wirklich schade!
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Fazit: Selbst die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen!

1 Stern von 5 Sterne

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