Der Untertan

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Inhaltsangabe zu „Der Untertan“ von Heinrich Mann

"Der Untertan", die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Fabrikbesitzer und Royalist Diederich Heßling empfindet sein Leben im Kaiserreich als mühsam, obwohl er zur privilegierten Schicht gehört.

— Soeren83
Soeren83

"Das Herbarium des deutschen Mannes" (nach kurt Tucholsky).

— JoAD40
JoAD40

Würde mal wieder Zeit für eine zeitgemäße Verfilmung!

— Holden
Holden

Der subalterne Machtmensch wie er -immer noch- leibt und lebt.

— Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer

Über Unterdrückung und unterdrückt werden. Diederich Heßling zur Zeit der Kaiserzeit. Interessant, aber nicht mein Fall.

— Steppp
Steppp

Ein schonungsloser Gesellschaftsspiegel mit offenen Fragen, die einen nicht mehr loslassen.

— Dostojewska
Dostojewska

Eine unbedingt lesenswerte politische Satire über einen Kaisergetreuen - mit erstaunlich aktuellem Bezug

— Ginevra
Ginevra

Sicherlich kein Buch für jedermann, doch will man die Zeit vor dem 1. Weltkrieg besser verstehen, sollte man es lesen! Ein Klassiker!

— Orisha
Orisha

klassiker der seinen titel auch verdient hat. dieses buch ist ein zeugnis der damaligen zeit und sehr lesenswert!

— Nele
Nele

zieht sich in der Mitte ganz schön...

— Anja_Lev
Anja_Lev

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  • Spannender Sprung in die (kritikwürdige) Gesellschaft des Kaiserreichs

    Der Untertan
    Soeren83

    Soeren83

    05. Mai 2016 um 10:32

    Heinrich Mann hat es im "Untertan" verstanden, die perfiden Mechanismen des ausgehenden Kaiserreichs absolut lesenswert zu beschreiben. Hauptfigur Heßling buckelt nach oben und tritt nach unten, ist nur auf den eigenen Vorteil bedacht und sieht Deutschland als Weltmacht - welch' dunkle Vorahnung Mann in dem kurz vor dem Ersten Weltkrieg verfassten Roman doch indirekt ausformulierte. Kein Geschichtsbuch, wohl keine Zeitmaschine, könnten den Leser "das" Kaiserreich besser erfahren lassen als der an vielen Stellen herrlich ironische ...

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  • Diederich Heßling war ein weiches Kind ...

    Der Untertan
    Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer

    06. März 2015 um 16:28

    "Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt“. Mit diesem Satz beginnt der Roman von Heinrich Mann, der kurz nach Ende des 1. Weltkriegs in Buchform veröffentlicht und so einer breiten Öffentkchkeit zugänglich wurde.Schon dieser Auftakt legt die Absicht des Autors dar, hier eine Art Fallstudie in Form einer Satire auszubreiten. Alle negativen Aspekte eines Obrigkeitsdenkens, des Kadavergehorsams im deutschen Kaiserreich vor 1914, in der das Militär überhöht ...

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  • Zeitlos

    Der Untertan
    Alira

    Alira

    Zeigt auf, was mit Kindern passiert, die in einem Klima von häuslichem Gehorsam und kirchlicher Autorität aufwachsen: Solche Menschen werden Erwachsene ohne eigene Meinung und ohne Rückgrat und sind leichte Opfer “charismatischer” Politiker/Gurus/..... Woraus folgt: Eines der größten Übel unserer Kultur ist, dass Kinder glauben sollen, ihre Eltern wüssten alles. Daher passen sie (die Kinder) sich - um zu überleben - bis zur Selbstverleugnung an, hassen sich dafür unbewusst selbst und unterwerfen sich ohne Gegenwehr auch ...

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    • 2
    Arun

    Arun

    19. November 2014 um 17:04
  • Der Untertan von Heinrich Mann

    Der Untertan
    Julia^-^

    Julia^-^

    08. November 2014 um 14:29

    Diederich wächst in einer guten Familie in einer kleinen Stadt auf. Früh merkt er das ihn das Prinzip von Macht und Unterwerfung anzieht. Als er in Berlin Medizin studiert verändert sich sein leben.Es tut mir sehr leid für alle die diesen Roman sehr gut finden und denken das die Jugend das Thema einfach nicht versteht und deswegen den Roman nicht leiden kann. Ich verstehe den Roman, ich verstehe das Thema, das Thema ist interessant, ich hatte dazu eine 1 in Geschichte...und ich finde das Buch immer noch schrecklich! Tut mir Leid, ...

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  • Des Kaisers letzter Untertan

    Der Untertan
    DaniB83

    DaniB83

    Diese Rezension fällt mir besonders schwer, denn die offizielle Erstausgabe erschien vor fast einhundert Jahren, und zwar 1919. Zu diesem Zeitpunkt gab's keinen Kaiser mehr in Österreich und somit konnte das Buch auch niemanden mehr echauffieren.Heinrich Mann war der ältere Bruder des viel erfolgreicheren Thomas Mann (Buddenbrooks, Der Zauberberg,...). Doch zu ihm möchte ich hier gar nicht viel sagen, denn die Eckdaten wie Geburtstag, Werdegang etc. kann man bei Interesse ja im Internet nachschlagen. Viel mehr möchte ich mich auf ...

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    • 3
  • Nach oben buckeln, nach unten treten; Gesellschaftsanalyse des Kaiserreichs

    Der Untertan
    Talitha

    Talitha

    "Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt."Die ersten Sätze des "Untertan" von Heinrich Mann deuten schon darauf hin, dass die Hauptfigur Diederich, Sohn eines Papierfabrikanten, mit diesen eher "weichen" und "unmännlichen" Eigenschaften in der streng hierarchisch aufgebauten und militaristisch und imperialistisch geprägten Gesellschaft des Kaiserreiches seine Probleme bekommen wird. Heinrich lernt schnell, wie er sich seine Weltsicht so hinbiegen kann, ...

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    • 3
  • "Hochmut kommt vor dem Fall"

    Der Untertan
    eskimo81

    eskimo81

    Der Untertan, ein faszinierendes Buch welches aufzeigt, wie in früherer Zeit "Politik" gemacht wurde. Diederich Hessling, Sohn eines Papierfabrikanten, ist ein Träumer - zumindest in Kinderzeiten. Die strenge Erziehung des Vaters, Schläge waren an der Tagesordnung, haben ihn zu einem Mann reifen lassen, welcher ein eher "ungeniessbaren" Charakterzug auslebte. Schon früh lernte er für seine Vorteile zu kämpfen. Egoistisch schreitet er durch sein Leben, verletzt er andere, ist das egal, wichtig ist nur er und seine Politik, seine ...

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    • 6
  • Der Untertan

    Der Untertan
    Larischen

    Larischen

    Diederich Heßling ist Sohn eines Papierfabrikanten und wird von seinem Vater schon früh das Buckeln gelehrt. Der „schwache“ Junge soll zu einem richtigen Mann werden, sodass Schläge und elterliche Härte seine Kindheit prägen. Und schon früh zeigt sich, dass Diederich die Lektionen schnell versteht. Doch so wie er das buckeln nach oben lernt, so lernt er auch das treten nach unten - eine Konstante die sich durch sein Leben zieht. Diederich wird zu einem glühenden Anhänger des Kaisers, dessen oberstes Ziel es ist, das Beste für ...

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    • 2
  • Leserunde zu "Der Untertan" von Heinrich Mann

    Der Untertan
    aba

    aba

    Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen.Mit "Der Untertan" von Heinrich Mann geht es weiter.Zur Ausgabe"Der Untertan", die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, ...

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    aba

    aba

    23. April 2014 um 22:36
  • Über den Aufstieg eines Untergebenen

    Der Untertan
    Laupez

    Laupez

    Diederich Heßling, als Kind von seinem Vater geschlagen, wächst zu einem stattlichen Mann heran, der den verehrt, welcher ihm Überlegenheit zeigt. Alle anderen tritt er, auch wenn sie bereits am Boden liegen. Diederich wechselt ständig zwischen Feigheit und Übermut; wäre er ein Teenie heutiger Zeit, würde ein lebensgroßes Plakat Wilhelms II über seinem Bett hängen, mit Textmarkerherzchen verziert. Ein anspruchsvoller Roman, nicht nur über die Zeit des deutschen Kaiserreichs, sondern über die verachtungswürdigen Gesichter des ...

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    • 3
    Laupez

    Laupez

    19. April 2014 um 15:59
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