Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Die Familie Schroffenstein – Heinrich von Kleist
Klappentext:
In seinem Trauerspiel „Die Familie Schroffenstein“ von 1803 treibt Kleist die Intrigen der von Haß und Mißtrauen gezeichneten Protagonisten mit unerbitterlicher Konsequenz zu grotesken Höhepunkten.
Ja, dieses Buch ‚musste‘/durfte ich im Rahmen eines Germanistik Seminars in der Uni lesen. Und wie das mit Büchern ist, die man sich nicht selbst aussuchen kann, ist man meist erst einmal ein bisschen auf Konfrontation aus und streubt sich gefallen an etwas zu finden. So erging es mir mit diesem Buch. Der Klappentext hat sein Soll dazu beigetragen.
Bei dem Buch handelt es sich um ein Stück, also sind Personen eingeteilt, die Sprechen und es gibt Regieanweisungen. Das ist denke ich eine Sache, die man mag oder nicht. Ab und zu lese ich so etwas gerne.
Inhaltlich kann man die Geschichte wohl mit Romeo und Julia vergleichen. Es gibt zwei verfeindete Familien, die darum kämpfen das Land des jeweils anderen zu bekommen. Die Frage ist nur, wer zuerst stirbt. Bereits zum Anfang der Geschichte wird eine Leiche gefunden, und das ist der Sohn der einen Familie. Die vermutet sofort einen Mord und verdächtig die verfeindete Familie. Das stellt sich im Laufe der Geschichte als fataler Fehler heraus. Natürlich schaukelt sich die Situation hoch und es heißt ‚Auge um Auge, und Zahn um Zahn‘. Mittendrin natürlich auch eine Liebesgeschichte. Ottokar und Agnes lernen sich zufällig kennen, ohne von einander zu wissen wer sie sind. Erst sind beide scheu, doch schon bald merken sie, dass sie zusammen sein wollen. Doch die Situation stellt sich schnell als schwierig dar, und auch die Situation zwischen den Familien wird immer angespannter. Das Ende ist wirklich mit Romeo und Julia zu vergleichen: Beide Familien verlieren das geliebte Kind, um dann festzustellen, dass das tote Kind, die Leiche vom Anfang, gar kein Mord war, sondern ein Unfall. Es gab keinen Grund einander zu töten und man steht vor den Scherben des eigenen Handelns.
Das Buch ist leicht geschrieben, mit einem Deutsch aus einer anderen Zeit. Aber es passt zum Buch und auch zur Geschichte. Zeitweise ist die Geschichte ein wenig verworren, und man muss sehen, wer zu welchem Teil der Familie gehört. Aber es ist nie so, dass man den Faden verliert.
Auch wenn die Geschichte halbwegs bekannt ist, und stark an eine andere erinnert, ist sie doch nicht gleich. Sie hat ihren eigenen Charme und eine eigene Entwicklung. Der Plot hat doch andere Höhepunkte und nimmt einen eigenständigen Verlauf.
Das Buch ist natürlich keine spannende Lektüre, oder das Buch des Jahres, aber vielleicht für eine lange Bahnfahrt, oder einen Urlaub, eben für Zwischendurch, sicherlich eine nette Geschichte, die ich empfehlen kann.
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