Klappentext:
"Der einzige Glaube, der zählt, ist der an den Fortschritt" - Lord Cayden Maclean, Vampir
Nach vielen Jahrhunderten kehrt Lord Cayden Maclean zurück auf die Isle of Mull, um sich auf Duart Castle, dem Sitz seiner Vorfahren, seinen Forschungen in der Entwicklung der Electrica zu widmen. Anders als das Gaslicht, soll diese neuartige Lichtquelle seine Nacht zum Tag erhellen.
Als Sue Beaton im Schloss auftaucht, um ihn als ihren Lehnsherrn um Beistand zu bitten, ist er auf Anhieb fasziniert von ihrer Schönheit und ihrem Verstand. Sie erweckt lange unterdrückte Emotionen in ihm, die seinen Feind Luthias auf seine Fährte locken. Mithilfe fortschrittlicher Technologie setzt dieser alles daran, die alte Fehde wieder aufzunehmen.
Caydens Liebe zu Sue könnte ihm zum Verhängnis werden...
Meine Meinung:
Zu Anfang erhält der Leser einen Eindruck in das Leben der Sue Beaton. Aufgrund des frühen Todes ihrer Eltern, verbringt sie ihre Jugend bei ihrer Tante Meggie. Ihr bisher geliebtes Leben der hochangesehnen Tochter, in englischen Adelskreisen bekannt, tauscht sie gegen das einer Bauernsmagd. Und so vergehen die Jahre. Durch den frühen Verlust der Eltern und eine Begegnung des Dorfsheriffs, Black, dem sie die Stirn bietet, war Sue mir von Anfang an sympathisch. Eine Art "Fisch, der gegen den Strom schwimmt". Immerhin spielt der Roman in einer Zeit, in der die Frauen nur den Namen "Weib" trugen und nur ihren ehelichen Pflichten nachkommen sollten. Ich fand es wirklich erquickend, dass Sue also eine kleine Rebellin war, schreiben, lesen und stets ihren Gedanken freien Lauf ließ.
Andererseits war mir Lord Maclean bei der ersten literarischen Begegnung ein Dorn im Auge. Es gab eine Situation, in der er seine Macht als Vampir ausnutze und anderen Leute Schaden zufügte. Auch seine (durchaus nette) Körperbeschreibung machte dies zu Anfang nicht Wett.
Doch im Laufe der Geschichte wusste man, warum Cayden (Maclean) so distanziert und gemein war. Immerhin wollte er sich und sein nahes Umfeld nur vor dem Blutbaron Luthias schützen. Durch eine vorangegangene Liebe, die sich beide Männer teilten, lechzte Luthias nach einer längst überfälligen Blutsfehde.
Da sich Lord Maclean in Sue verliebt hat und sie seine Gefühle erwiderte, war es für Luthias ein Leichtes, an seinen Gegner heranzukommen, da der Blutbaron einst Caydens Mentor war und beide durch einen mentalen Gedankenstrang miteinander verbunden waren. Sein ehemaliger Schützling sollte genauso leiden, als er duch Cayden seine Geliebte verlor.
Das also zum gefühlsmäßigen Inhalt. Nun muss ich jedoch auch sagen, dass in dem Buch einiges an technischen Wissen vorkommt und auch seine Aufmerksamkeit in dieser Rezension bekommen soll ; ) "Electrica", wie es der Lord gerne nennt, uns eher bekannt unter dem Namen "Elektrizität", spielt eine große Rolle. Der Lord arbeitet im Laufe des Buches an Maßnahmen, diese durch Leitungen bzw. dauerhaft zu erzeugen. Neben dieser Erfindung war Maclean auch jemand, der bereits ein Automobil fuhr, was zu seiner Zeit (17. Jahrhundert) fast undenkbar war. Die technischen Dinge waren nicht störend. Ich fand dieses Wissen fast schon nebenbei "eingeflößt" und es störte keineswegs die eigentliche Geschichte, nämlich die Beziehung von Cayden und Sue.
Im Ganzen möchte ich behaupten, dass Helene Henke einiges Belehrendes im Vorbeigehen, dem Leser mit auf den Weg gibt und das fand ich toll! Dadurch bekam die Geschichte etwas besonderes ; ) Und auch die Beziehung zwischen Sue und Cayden beschreibt sie sehr glaubhaft. Wenn Sue an Caydens Gefühlen zweifelt, eben weil er sich distanziert, so hat der Leser bereits den Durchblick und möchte ihr am liebsten erklären, warum er sich so benimmt und ihr gut zureden, dass sich alles zum Positiven wenden wird. Doch andererseits fand ich diese innere Zerrissenheit von Sue herzallerliebst. Sie war so zerbrechlich, mutig und gleichzeitig klug. Die perfektische Mischung!
Auch den Kampf, zwischen Luthias und Cayden, befand ich als episch. Auf mehreren Seiten beschreibt die Autorin den Kampf zwischen den beiden Vampiren und es ist klar, dass nur ein Sieger hervorgehen kann. Doch im Laufe der Seiten, war ich zu keiner Zeit gelangweilt, sondern stets gebannt!
Zum Schluss der Geschichte geschahen einige Dinge, die ich beiden von Herzen wünschte, denn im Laufe des Buches sind mir Sue und Cayden doch ziemlich ans Herz gewachsen. Trotz ihrer jungen Beziehung, die besonders von Sue bezweifelt wurde, haben sie die Bürde genommen und gemeinsam durchgehalten.
Fazit:
Dass es sich hier um einen Vampirroman handelt, drang fast schon in den Hintergrund. Denn Vordergründig war die Beziehung von Cayden zu Sue das A und O! Ich bin von den Charakteren, dem Schreibstil und einfach von allem begeistert! :)