Rezension verfasst vor 6 Monaten
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Es gibt Bücher, die kann man lesen, muss man aber nicht. Sie hinterlassen keinen tieferen Eindruck, sie sind einfach seichte Ablenkung für einen Nachmittag. Danach legt man sie weg und erinnert sich fortan nicht mehr an die Lektüre, obwohl man sich für wenige Stunden gut unterhalten fühlte. Solch ein Buch ist Helga Beyersdörfers zweiter Worpswede-Krimi auch: das war nett, aber ich denke nicht, dass es ein Wiedersehen geben wird.
"Irrlichter" stellt den ehemaligen Lehrer Alexander Laroche in den Mittelpunkt, der seine Stelle als verbeamtete Lehrkraft an einem Gymnasium in Frankfurt am Main aufgegeben hat, um die nächsten zwei Monate im beschaulichen Örtchen Worpswede zu verbringen, wo er sich darüber klar werden will, was er mit seinem Leben anstellen möchte. Dazu hat er ein kleines Chalet in einer neu erbauten Luxus-Anlage gemietet, die, wie er bei seiner Anreise gleich feststellen muss, total ausgestorben ist. Außer ihm ist kein Gast da, obwohl die Saison bereits begonnen hat. Erst möchte niemand mit der Sprache rausrücken, doch dann erfährt Alexander, dass die Firma, die diese Anlage bauen wollte, Insolvenz angemeldet hat und einer der beiden Chefs sich zu allem Überfluss auch noch an einem Baum auf dem Gelände erhangen hat. Da Alexander nicht abergläubisch ist und auch nichts von dem Gerede über Flüche hält, welches der Dorfklatsch hervorbringt, beschließt er trotz allem zu bleiben. Doch dann kommen ihm die Geschehnisse in Worpswede näher, als er je gedacht hätte...
Die Kriminalgeschichte, die Helga Beyersdörfer hier erzählt, ist recht simpel gestrickt und wirkt sehr beschaulich. Von einer atmosphärischen Stimmung, die der Klappentext verspricht, ist nichts zu spüren und auch das Moor sorgt nicht für kribbelige oder geheimnisvolle Spannung - was besonders schade ist, denn der Text auf dem Buchrücken hatte mich darauf hoffen lassen. Im Grunde hätte dieser Roman überall spielen können, von einem besonderen norddeutschen Flair ist zumindest für mich nichts zu spüren.
Sprachlich ist der Roman nicht anspruchsvoll, soll heißen: der Stil passt zum Kleid des einfachen Unterhaltungsromans - nicht schlecht, aber auch nicht herausstechend. Wer auf einfache Geschichten steht und viel mehr von einem Kriminalroman auch nicht erwartet, der ist hiermit sicher gut beraten. Ich hätte mir allerdings mehr gewünscht!
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