Leser-Rezension zu „Einsamkeit und Sex und Mitleid” von Helmut Krausser
am 28.12.2011
Was für ein Potpourri an Figuren und das Beste - einen Tag mit den Berliner Öffentlichen unterwegs und du triffst sie alle:
den pensionierten verknarzten Lehrer, den Punker mit tierischem Anhang, den Propheten, den zwischen machohaftem Imponiergehabe und purer Freundlichkeit schwankenden Jung-Muslimen, die Kratzbürste aus dem Kiez, den Mittelstandsbürger, der sich eingerichtet hat und, und, und...
Das bleibt natürlich mitunter ein Stück episodenhaft aber für den Lesespass, für die Einsamkeit, für Sex und für Mitleid bleibt dennoch genug Raum. Unfertig möglicherweise aber dafür umso mehr ein Abbild von Berlin, genauso im Wandel, unfertig und ja: zuweilen provinziell.

