Rezension verfasst vor 10 Monaten
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Die Geschichte von Hagen, den man mit einiger Berechtigung als Gescheiterten bezeichnen kann, der dieses Scheitern jedoch zum großen Teil mitinitiiert hat. Auf dem Weg nach unten zum Trinker und Obdachlosen geworden, findet er einen mehr oder weniger großen Teil seines sozialen Umfeldes in einer Münchener Berbertruppe, bis er die sechzehnjährige Ausreisserin Judith kennenlernt, sich in sie verliebt und sich wie ein Ertrinkender an diese Liebe klammert. Das Ende wird unerwartet optimistisch. Das Buch hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Während die Realität des Obdachlosen mit großer Eindringlichkeit und dichtem atmosphärischen Vortrag glaubhaft beschrieben wird, leidet die Geschichte ein wenig unter der Hervorhebung allzu vieler Details, die hier und da den Fluss stören. Auch die Positionierung der Retrospektive in die Kindheit und Jugend des Hagen gibt das eine oder andere Rätsel auf. Dagegen stehen einzelne Sätze oder Gedanken, für die man den Autor adeln möchte. Hat man das Buch durchgelesen, ist man ein wenig ratlos auf der einen, verstört auf der anderen Seite. Wenn das so beabsichtigt war, gut, dann ist es gelungen. Den unvoreingenommenen Leser kann es jedoch zwiespältig zurücklassen und deswegen ist jede Bewertung von 1 - 5 möglich.
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