Leser-Rezension zu „Melodien” von Helmut Krausser
am 8.02.2010
Täubner, ein junger Fotograf, erhält in einem Hotel in Siena eine verschlüsselte Nachricht, die nicht an ihn adressiert ist. Nach langem Suchen findet sich der Adressat und die "Reise" ins mittelaterliche Italien beginnt. Castiligio, ein hoffnungsloser Alchemist, entdeckt nach langem Forschen Melodien, die die Menschen in jeglicher Beziehung verzaubern. Vor seinem Tod versteckt er seine Aufzeichnungen, da die Kirche diese als Gotteslästerung befindet, und der Mythos um diese Melodien beginnt. Komponisten, Mönche, sogar der Papst läßt fahndet, um an die Noten zugelangen.
Ein spannend geschriebener Roman, mit vielen interessanten Aspekten zur Musik des Mittelalters.
"Wenn man im verborgenen lebt, heißt das, man stirbt in der Öffentlichkeit tausend Tode am Tag. Um ein Erwählter zu sein, muss man schon eine Menge Humor mitbringen, sonst wird man über Tücke und Banalität wahnsinnig."

