Liebes Mitglied der Gruppe „Gedichte und Dichter“:
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Diese Gruppe richtet sich an begeisterte Gedichteleser, an Interessierte und an Dichter und Lyriker gleichermaßen.
Neben dem Genuss einiger, vollendeter Texte, soll (bei Interesse) auch diskutiert werden: seien es Spielarten, seien es Lyriktheorien, seien es Gefühle und Wahrnehmungen - frei von dogmatischen Zwängen/ in erleuchteten Gängen/ lauschet den Worten und Klängen
“Jugend und Alter, Liebe und Trennung, Schwierigkeiten der Partnerschaft, Tages- und Jahreszeiten: mühelos sammeln sich zeitlich weit entfernte Gedichte zu Komplexen dieser und anderer Themen.” (Karl Otto Konrady)
“Es gibt keine verbindliche Poetik mehr. Es gibt, in den Gedichten versteckt, poetologische Überzeugungen. Denn die Dichter wissen, heute schärfer als früher, daß ein Gedicht es überhaupt nicht verdient, geschrieben zu werden, wenn es nicht imstande ist, es philosophisch und sprachlich mit den Bedingungen aufzunehmen, unter denen es zum Gedicht wird.” (Joachim Sartorius)
“Denn Gedichte bringt man ausschließlich aus Wörtern hervor.” (Inger Christensen)
“Das Resultat kann daher nur sein: ein Erlebnis aus Sprache, ein sprachliches Erlebnis, das zugleich ein Gedicht ist.” (Ernst Jandl)
GEDICHT, n. subst. verb. zu dichten, mhd. getihte, ahd. noch nicht entwickelt (ags. gediht dictum, jussum ETTM. 560), mnd. mnl. gedichte, entlehnt dän. digt, schwed. norw. dikt, vgl. hd. nd. dicht II, 1056 fg. (s. sp. 1608 fg.). Die alte form mit t-, wie mhd. tihten, lautverschoben entsprechend dem lat. dictare, ist hd. noch im 16. jh. geläufig, findet sich selbst noch im 17. jh. (z. b. OPITZ u. 6, a). das volle gedichte, jetzt ganz niedrig klingend (s. sp. 1610. 1617), war doch im 18. jh. noch edel (s. unter 6, a), während getiht doch auch schon mhd. bestand. Bemerkenswert auch gidicht (s. unter 6, c), noch im 15. jh., also das gi- noch länger als ich sp. 1596 angeben konnte, und b e d i c h t (s. spalte 1623 fg., vgl. unter gedächtnis, gedenken 7):
(...)
1) die älteste bedeutung von tihten, für die niederschrift verfassen, eigentlich dem schreiber in die feder sagen (lat. dictare) erscheint auch beim subst. noch gegen die nhd. zeit hin, z. b.: ob der brief gebresthaft würde an geschrift, an gediht, an insigel. MONES zeitschr. 17, 198, vom j. 1381 (LEXER 1, 944), schrift nach form und inhalt, wenn er unlesbar und unverständlich würde; wer dat diese brieve .. gebreclic wer an scricht of an gedicht. LACOMBLET 3, nr. 605 (SCH. u. L. 2, 28b); mnl. gedichte vom inhalt eines briefes:
Belijn sprac .. wistic u (euer) gedichte
dat getrouwe ware ..
Rein. 3261,
(...)
3) auch von nachdenken, sinnen, wie es ja zu dem dichten unter 1. 2 gehört als quelle oder mittel (s. dichten 3).
1. a) vom nachdenken selber z. b.:
ich traurig ongeschlafen lag,
bedacht die falschen tück und schand,
so man itzt über deudsche land
machet. ich d i c h t e t hin und her,
wie doch der sach zu rathen wer,
entschlief also in dem g e d i c h t .
JOH. SCHRADIN bei LILIENCRON 4, 302a, WOLFF hist. volksl. 85.