Leser-Rezension zu „Der Chinese” von Henning Mankell
am 3.02.2012
Kaum hat man angefangen zu lesen, schon ist man mitten drin. Die Geschichte beginnt spannend mit einem mysteriösen Massaker in Schweden und später entführt uns Mankell in das 19. Jahrhundert, wo es um den amerikanischen Eisenbahnbau mit Hilfe von verschleppten Chinesen geht. Des Autors Entführung dient als Hintergrundgeschichte, wie der Titel des Buches erahnen lässt. Dieser Teil des Buches hat mich persönlich stark gefesselt, aber irgendwann konnte ich dem ganzen Geschehen nicht mehr folgen, weil die Geschichte immer mehr ausuferte. Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo wir Leser uns im gegenwärtigen Schweden wieder finden und die krankgeschriebene Richterin Brigitta Roslin mit uns in das neuzeitige China reist. Mankell wollte zu viele komplexe Themen in einer einzigen Story unterbringen. Er hat einen spannungsreichen Krimi mit weit zurückliegendem historischen Hintergrund und neuzeitigem politischen Kalkül geschrieben. Weniger ist manchmal mehr. Vielleicht wären zwei oder sogar drei Bücher besser gewesen.

