Der Krimi beginnt damit, dass 18 alte Menschen und ein kleiner Junge in einem kleinen Dorf in Schweden brutal ermordet aufgefunden werden. Die Richterin Birgitta Roslin findet heraus, dass sich unter den Opfern die Adoptiveltern ihrer Mutter befinden. Als die Polizei eine falsche Spur verfolgt, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Sie findet heraus, dass in Nevada eine ähnliche Tat an Verwandten begangen worden ist. Anhand eines roten Bandes, welches am Tatort gefunden wird, kommt sie darauf, dass ein Chinese hinter den Morden stecken muss.
Zwischenzeitlich wird in das Jahr 1869 nach China gesprungen und die Geschichte um San und seine Brüder erzählt, welche nach Amerika verschleppt werden, um als Sklaven beim Bahnbau zu arbeiten. San, der einzige überlebende Bruder kehrt unter abenteuerlichen Umständen über London nach China zurück und schreibt seine Geschichte auf und beschreibt dort besonders den brutalen blonden Vorarbeiter JA, der aus Nordeuropa kommt. In diesem Zuge lernen wir auch den Nachfahren von San und damit Auftraggeber Ya Ru und seine Schwester Hong kennen
Zurück in der Gegenwart fährt Birgitta Roslin mit ihrer Freundin nach Peking und gerät unter scharfer Beobachtung. Birgitta Roslin ahnt gar nicht wie nah sie dem Auftraggeber gekommen ist, sie lernt ohne ihr Wissen Hong kennen und erzählt ihr von ihren Vermutungen.
Einige Schwächen hat der Krimi leider: Zum einen empfand ich es als unglaubwürdig und zu konstruiert, dass Roslin ausgerechnet nach Peking fährt und zum anderen auch noch die Schwester des Auftraggebers trifft und ihr absolut naiv von ihrem Verdacht erzählt. Des Weiteren frage ich mich, welche Rolle der Tod des kleinen Jungen hat. Ich hatte hier auf eine Auflösung bzw. Erklärung gewartet.
Mankell hat hier einen Krimi mit geschichtlichen und politischen Hintergründen geschaffen. Wir erhalten einen Einblick in die Geschichte Chinas zu Zeiten Maos sowie die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in der heutigen Zeit. So mag ich Mankell: Absolut kritisch gegenüber Gesellschaft und Politik.
Fazit: Wer einen reinen Krimi (wie die Wallander-Krimis) lesen will, für den ist „Der Chinese“ vielleicht nicht das Richtige, denn der Krimi selbst gerät ein bisschen in den Hintergrund. Wer aber eine Mischung aus Krimi und der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Chinas einschließlich der Expansionsgedanken Richtung Afrika, kritisch dargestellt, lesen möchte, wünsche ich viel Freude an diesem Buch. Es ist schwierig zu sagen, worum es in Vergebung geht, denn zu viele Handlungsstränge hat Stieg Larsson ineinander geflochten. Dabei gelingt es Larsson keinen einzigen aus dem Auge zu verlieren und keine Geschichte ungelöst enden zu lassen. Im Kern handelt es sich bei dem dritten und leider letzten Teil um die direkte Fortsetzung des zweiten. Dabei geht es um die Abrechung mt der Sektion und der involvierten Personen und damit um Gerechtigkeit für Lisbeth Salander.
Die gesamte Handlung aber, spielt auf zig verschiedenen Ebenen. Man ist an Lisbeth's Leben genauso interessiert, wie an Erika's "Stalker-Problem", dem "Kloschüssel Skandal" oder dem Verbleib Ronald Niedermanns.
Was viele stört, diese Langatmigkeit, fand ich großartig. Ich habe noch kein Buch gelesen, dass selbst den nebensächlichsten Nebenfiguren mit fünf Minuten-Auftritt eine ganze Lebensgeschichte widmet und sie so im Kopf real werden lässt.
Eine empfehlenswerte Thriller-Trilogie.