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Alle anzeigenrallus
Vor 2 Jahren
(29)Lustlos!
So würde ich mit einem Wort beschreiben was mir Mankell mit seinem letzten Wallander Roman vorlegt.
Ist es dass er die Rufe nach weiteren Wallander Romanen nicht mehr ausgehalten hat und endlich seinem Kommissar das verdiente letzte Buch widmen wollte?
Ich glaube nicht dass es am Geld gelegen hat, Mankell ist für mich immer noch ein relativ unabhängiger Schriftsteller und hat durch seine sehr gute differenzierte und abwechslungsreiche Arbeit viel Erfolg bei Kritikern und dem Publikum.
Das vorliegende Buch ist Wallanders letzter Fall und es wirkt durchgehend konstruiert und banal.
Die Geschichte handelt von Wallanders Schwiegereltern, Linda hat plötzlich ein Kind und einen Mann.
Es ist eine Story von Geheimdiensten und Spionage, nur ist dies hier so unglaubwürdig und unspannend dargestellt wie ich es selten gelesen habe.
Wallander kann sich im gesamten Fall fast unbeschadet von Geheimdiensten an die Aufklärung machen, die fast mit dem Holzhammer dem Leser vorgeführt wird und selten so vorhersehbar ist wie in diesem Buch.
Von seiner Sprache bewegt sich Mankell hier auf ungewohnt niedrigem Niveau, kaum sind die typischen Wallander Merkmale der Besinnung und Unruhe auszumachen.
Kurt Wallander agiert sehr unsicher durch seinen Fall, einfachste Tätigkeiten werden seitenweise banal ausgebreitet, im Fall herrscht der Zufall und manchmal - was mir bei den Wallandern Romanen vorher nie passiert ist - habe ich mich gelangweilt.
Als Beispiel ist vielleicht sein Hund anzuführen, der immer wieder an den Nachbarn abgegeben wird. Warum baute Mankell einen Hund ein, der im Laufe des Buches weder eine tiefere Rolle zu Wallander spielt, noch sonst irgendeinen Sinn macht außer einem beweglichen Möbelstück.
Um Zeilen des Buches zu füllen?
Dass jetzt plötzlich auf einen Schlag fast alle Akteure der Vergangenheit auftauchen, Baiba zu einem letzten Besuch kommt, zeigt mir außerdem wie konstruiert dieser Roman ist, ein richtiger Bezug lässt sich auch nicht auf den Fall übertragen.
Wollte Mankell ein Bestof schreiben? Lust auf alte Wallander Romane? Hätte ich nur diesen gelesen, hätte ich keinen anderen mehr gelesen.
Auch das langsame Abtauchen Wallanders, sein letzter Kampf gegen seine Krankheiten und die Schatten wird sehr lieblos geschildert.
Schade! Eine meiner Lieblingskommissare hätte ein besseres, spannenderes letztes Buch verdient gehabt.
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