Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Klappentext:
Wer kennt das nicht: zu viele Bücher und zu wenig Zeit. Auch das eigene verlegene Schweigen, wenn der Gesprächspartner plötzlich Proust, Graham Greene oder Tolkien erwähnt. Dieses einzigartige Buch für Vielleser und Lesemuffel setzt klug und geistreich 90 erfolgreiche Werke der Weltliteratur in Szene.
Henrik Lange hat auf unterhaltsame Weise Werke der Weltliteratur aus verschiedenen Epochen in Comicform gezeichnet. Von Klassikern wie Thomas Mann und Fjodor Dostojewski bis zu den heutigen Autoren wie Dan Brown, Colleen McCullough und Paul Auster ist hier (fast) alles zu finden. Thriller, Fantasy, Kriegsdrama, Abenteuer- und Spionageroman, Horror und Liebe, es wird eine breite Palette abgedeckt.
Prägnant und auf den Punkt gebracht
Jede der Geschichten wird in vier Bildern erzählt. Wobei das erste Bild dem Titel gewidmet ist, dann folgt in den nächsten Bildern die Handlung. Für sehr kurze Zeit taucht man in den jeweiligen Roman ein. Die knappen Zusammenfassungen sind voller Ironie und Humor und schaffen es dennoch – oder erst recht – die wichtigsten Handlungen aufzuzeigen. Mit genauen Federstrichen gelingt es dem Zeichner Henrik Lange, eine äusserst kurzweilige Literaturstunde zu gestalten.
«Romeo und Julia» von William Shakespeare, «Stolz und Vorurteil» von Jane Austen, «Der Schatten des Windes» von Carlos Ruiz Zafón finden sich genau so wie «Fräulein Smillas Gespür für Schnee» von Peter Høeg, «Der Name der Rose» von Umberto Ecco oder «Die Klavierspielerin» von Elfriede Jelinek.
Neugierig auf den ganzen Roman
Henrik Lange führt seine Zeichnungen mit spitzer Feder aus. Die Texte stehen dem in nichts nach, und kommen mehr augenzwinkernd als respektlos daher. Denn klassische Literatur muss nicht starr und ernst sein. Die bei einigen Romanen abschliessenden Sätze seiner Buchinterpretationen sorgen für ein Schmunzeln. Zum Beispiel bei «Stolz und Vorurteil». Zum Schluss steht dort: «Der Beginn der Hugh-Grant-Beschäftigungsindustrie». Dass er in dieser Verfilmung nicht mitspielte, ist vernachlässigbar. Am Schluss von «Das Bildnis des Dorian Gray» von Oscar Wilde steht: «Mit Botox wäre das nicht passiert».
Die vorgestellten Werke machen neugierig auf mehr; darauf, den ganzen Roman zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen.
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