Leser-Rezension zu „Opus Pistorum” von Henry Miller
am 2.01.2012
Lohnschreiber Miller braucht nach der Rückkehr aus Paris Kohle, und schreibt für Zeilengeld (übrigens mit Anais Nin zusammen) dieses Werk. Alles und jeder wird gevögelt, in allen erdenklichen Varianten, Kinder eingeschlossen, schwarze Messen kommen auch noch vor. Wer Millers sonstiges Opus kennt, wird sich wundern: Sprachlich war er da schon bedeutend besser drauf. Interessant: Alle reden von Skandalbuch, dabei wird es nirgendso so klar wie hier, im "Müllers Werk", wie der gute Henry wirklich tickte: Im Grunde war er nichts weiter als ein intellektuell verbrämter, dekadenter Spießbürger, der nicht aus seiner Haut konnte. Gehört zum Kanon, irgendwie.

