Leser-Rezension zu „Wendekreis des Krebses” von Henry Miller
am 16.02.2009
Millers Kunst ist nicht für mich geschaffen. Angeregt wurde ich, sein Werk zu lesen, nachdem ich eine Abhandlung über Ihn in der Zeitung gelesen hatte. Seine Biographie und künstlerische Selbstfindung in Paris fand ich spannend, weil seine literarische Karriere zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon am Ende gewesen ist. Anfang der 30iger Jahre ging er nach Paris und erfand sich neu.
Das Buch ist in der Form eines Tagebuchs geschrieben, in dem Gedanken und Erlebnisse assoziativ aneinandergereiht werden. Sex spielt dabei keine unwesentliche Rolle, und Milers Gedankenwelt erweist sich als durchaus obszön.
Ich kann verstehen, warum das Buch Sinn macht: Die Beschreibung eines zerzausten Künstlerlebens umgeben von getriebenen und durchtriebenen Charaktären fängt den Zeitgeist und ist vom Schreibstil in gewisser Weise innovativ. Aus heutiger Sicht, und aus der komme ich nur begrenzt heraus, ist es aber die Beschreibung des Lotterlebens eines verarmten Künstlers - und das packt mich nicht mehr.

