Leser-Rezension zu „Gesammelte Gedichte” von Hilde Domin
am 14.02.2010
Menschliche Grenzsituationen sind ihre Themen - und diese Situationen kannte sie gut. Als Jüdin vertrieben, benannte sie sich nach dem Ort ihres Exils, der Dominikanischen Republik. Breite Facetten von Befindlichkeiten brachte sie in lyrische Form, jedes Wort hat sein genau gesetztes Gewicht, kein Wort zuviel, keines zu wenig. "Du darfst einen Löffel haben, / eine Rose, / vielleicht ein Herz / und, vielleicht, / ein Grab." Wie Hilde Domin in ihrer Lyrik, so gelang Manés Sperber in einer Laudatio der richtige Ton, als er von Hilde Domins Botschaft sprach: "... die Botschaft einer wunderbar schöpferischen und abscheulich zerstörerischen Epoche (...), in der man es oft nötig hatte, nach einem Halt zu suchen und 'eine Rose als Stütze' zu wählen".

