Leser-Rezension zu „Ein Pferd namens Milchmann” von Hilke Rosenboom

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R-E-R R-E-R
Verfasst von R-E-R
am 29.01.2012
 

Eines Morgens steht ein Pferd auf Hermanns Terrasse. Und kaum hat er die Tür zum Garten geöffnet, drängt der gewaltige silbergraue Koloss auch schon ins Wohnzimmer, äpfelt auf den Teppich und frisst die Obstschale leer. Auf dem Stirnband des riesigen Kleppers steht in Großbuchstaben MM, woraufhin Hermann ihn kurzerhand Milchmann tauft und mit Haferflocken füttert. Der sympathische Hufträger scheint sich im Wohnzimmer durchaus wohlzufühlen bis die Nachbarin Grünholz mit der Polizei vor der Tür steht. Pferde im Wohnzimmer das gehört sich schließlich nicht. Wohin auf die Schnelle mit dem Koloss? Denn eins ist für Hermann klar: Milchmann steckt in Schwierigkeiten und braucht dringend Hilfe.

“Ein Pferd namens Milchmann” von Hilke Rosenboom ist ein humorvolles Kinderbuch, das auch Erwachsene gut lesen können. Im Zentrum der Geschichte steht die Rettung einer Herde von Pferden, die gestohlen wurden, ihren Dieben aber entwischen konnten. Hermann ist nicht der einzige dem eines dieser riesigen, gutmütigen Tiere zugelaufen ist. Viele seiner Mitschüler und selbst sein Mathelehrer Gossenstein haben plötzlich einen solchen Schützling. Hermanns Leben ändert sich von einer Minute auf die andere. Gerade noch der schüchterne, etwas unbeholfene neunjährige, wird er unversehens zum mutigen Helden, denn er organisiert die Rettungsaktion.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 8 Jahren, vorlesen kann man es aber sehr gut auch jüngeren Kindern, etwa ab der ersten Grundschulklasse. Der Held der Geschichte ist zwar ein Junge, aber auch Mädchen finden die Geschichte gut, denn schließlich spielen Pferde eine große Rolle. Als ich die Geschichte im Rahmen meiner Lesepatentätigkeit Grundschulkindern vorgelesen habe, waren Mädchen wie Jungen begeistert. Die Kinder konnten sich mühelos in die knifflige Lage Hermanns hineinversetzen. Während meiner Lesung habe ich immer wieder gefragt: “Was würdet ihr jetzt machen?”. Die Antworten waren verblüffend vielfälti. Jedes Kind hatte andere Ideen. Umso gespannter folgten sie der Handlung um zu hören, was Hermann sich ausdenkt.

Das Buch hat auch Erwachsenen durchaus etwas zu bieten. Zum Beispiel die Stelle als Hermann seine Mutter an ihrem Arbeitsplatz im Altersheim besucht und dort Herrn Feuerbach kennenlernt. “Lass Herrn Feuerbach in Ruhe”, sagt seine Mutter. “Der arme Alte hört nichts und sieht nichts. Und er bewegt sich auch nicht mehr”. Gerade dieser scheinbar völlig hilflose alte Mann, ist es jedoch der Hermanns Problem erkennt und ihm hilft. War er doch früher Schmied und kennt sich immer noch bestens mit Pferden aus. Und als er merkt, dass er gebraucht wird, hört, sieht und bewegt er sich auch wieder! So wird ein durchaus ernster Hintergrund mit viel Humor angesprochen und auch gelöst. Erwachsene können hier auf heitere Weise einiges über den Umgang mit Kindern, Alten und Pferden sammeln. Und die Kinder werden sich beim Lesen einfach prächtig amüsieren.

 

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Ein Pferd namens Milchmann Ein Pferd namens Milchmann
Hilke Rosenboom

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Ein Pferd namens Milchmann
von Hilke Rosenboom

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