Leser-Rezension zu „Obsession” von Hitomi Kanehara
am 5.02.2009
Beim Lesen dieses Buches fielen mir die zehn
Grundrechte des Lesers ein, die ich irgendwo einmal
gelesen hatte. Besonders "Das Recht, ein Buch
nicht zuende zu lesen!" stand mir schon bald so
deutlich vor Augen, dass ich mich nur aus alter Treue
zu Theresa und dem Vorablesen-Team überhaupt dazu
durchringen konnte, es nicht vorzeitig abzubrechen.
Was schon mit einem "naja"-Gefühl in der
Leseprobe begann, steigerte sich so schnell zu einer
Katastrophe, dass mir beim Lesen flau wurde. So etwas
schlechtes habe ich schon sehr lange nicht gelesen.
Der in der Leseprobe noch lockere Schreibstil rutschte
immer mehr ins Plumpe, Obszöne, Nervige,
Grottenschlechte ab. Eine Handlung konnte ich nicht
erkennen, die vielen japanischen Namen bleiben ohne
hinreichende Verknüpfung mit einer Firgur, die ich mir
merken wollte.
Was soll ich nun von den Japanern halten, wenn die
diesen Roman und seine Autorin so gut finden, dass die
Rede von "Bestseller" ist? Oder war der
Übersetzer bei seiner Arbeit besoffen? Wie schlecht
muss eigentlich ein ausländischer Autor sein, damit
seine Werke in Deutschland nicht übersetzt und
publiziert werden? Diesen Platz im Verlagsprogramm
hätte man lieber dem Erstlingsroman eines deutschen
Autors zugeteilt.
Kann man eigentlich auch null Sterne vergeben oder wird
das dann bei der Durchschnittswertung gar nicht
berücksichtigt? Ich bin soooo glücklich, dass ich vor
und nach diesem Buch richtig gute Romane in die Finger
bekommen habe, sonst wäre mein Lesestart ins neue Jahr
sehr frustrierend gewesen.

