Leser-Rezension zu „Die Kathedrale des Meeres” von Ildefonso Falcones
am 13.09.2011
Ein langes Leben
Als Bernat und Francesca heiraten nimmt sich der Baron das Recht der ersten Nacht. Danach ist Francesca völlig traumatisiert, dennoch muss Bernat die Ehe vollziehen, damit der Herr nicht darauf festgenagelt werden kann, in dieser Nacht einen Bastard gezeugt zu haben.
Aus dieser schon mehr als missglückten Hochzeitsnacht geht der kleine Arnau hervor. Seine Mutter kann sich ihm gar nicht richtig nähern, sogar obwohl wegen eines Muttermals eindeutig feststeht, dass Bernat der Vater ist. Der Herr lässt Francesca an den Hof holen, um Amme für seinen eigenen Sohn zu sein. Francesca wächst die ganze Situation über den Kopf und sie schafft es nicht, sich um Arnau zu kümmern. Bernat schafft er seinen kleinen Sohn zu retten und er flieht mit ihm nach Barcelona. Dort kann er nach einem Jahr und einem Tag Bürger der Stadt werden und damit frei. Bernat und sein Sohn kommen bei der Schwester Bernats unter, allerdings müssen sich die Flüchtlinge verstecken.
So beginnt die Geschichte von der Kathedrale des Meeres, die ich mir als Hörbuch zu Gemüte geführt habe. Dabei musste ich dreimal mit dem Hören beginnen, weil mir weder historische Romane noch Hörbücher besonders liegen. Doch ich kann sagen, dass mir die Lesung von Anfang an sehr gut gefallen hat. Der Vorleser hat die Geschichte lebendig werden lassen, hat gerade die gesprochenen Worte der Protagonisten mit viel Emotion rübergebracht. Das und dass ich etwas gefunden habe, was ich nebenbei machen kann (das Erfassen meiner Bücher in einer Datenbank), hat mich bei der Stange gehalten. Um es nochmal zu betonen, dies ist wirklich die erste Lesung, die ich wegen des Vorlesers weitergehört und auch zu Ende gehört habe. Großes Kompliment an dieser Stelle.
Nun muss ich allerdings auch dazu kommen, wieso ich trotzdem nur eine mittlere Bewertung zu verteilen habe. Das Buch war nämlich nichts für mich und wenn ich es hätte lesen müssen, hätte ich es, glaube ich, nicht beendet. Zwar fand ich den Anfang noch interessant. Die Geschichte des kleinen Arnau und seines Freundes Joan fand ich sehr fesselnd. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto öder wurde es für mich. Der Autor hat mich irgendwo verloren. Dachte ich doch, es ginge um den Bau dieser Kathedrale, wurde die immer nur am Rande erwähnt, dafür wurde ich mit langweiligen Familiengeschichten eines Arnau gequält, der es nie schafft für seine Frauen einzustehen. Da meinte ich manches Mal, gegen die Obrigkeit behauptet er sich mitunter gegen alle Wiederstände. Doch die Frauen, bei denen ich mich auch noch fragte, was die bloß an diesem Typen finden, lieben ihn bis zum Erbrechen, und gerade die, die ihn so in den Himmel heben, behandelt er wie das Letzte. Wieso schonen die ihn eigentlich immer. Nun gestehe ich gerne und das nicht zum ersten Mal, dass ich mit dem Leben im Mittelalter schwer tue und ich mir Mittelalterromane auch nicht so oft gebe, aber dieses Buch hier mit seinem sogenannten Helden fing schon vor der Hälfte an, mich zu nerven. Ich hoffe, ich werde irgendwann schlau und lasse das mit dem Mittelalter sein. Noch bin ich das nicht, wie ihr an meinem nächsten Hörbuch sehen werdet. :-)

