Rezension verfasst vor 3 Jahren
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Dunkles Sprachfeuerwerk,
Kaddisch für ein nicht geborenes Kind ist der mittlere Teil der Trilogie, die aus "Roman eines Schicksallosen" (Teil 1) und "Fiasko" (Teil 3) besteht.
Kaddisch ist zugegebenermaßen der am schwierigsten zu lesende Roman der drei, da er praktisch aus einem permanenten Gedankenstrommonolog des "Protagonisten" besteht. Lange, verschachtelte Sätze (die trotzdem kürzer als so manche Sätze von Thomas Bernhard sind) machen zwar den Einstieg nach einer erzwungenen (ohne dazu gezwungen zu sein, würde man wahrscheinlich nicht unterbrechen) Unterbrechung etwas mühsam, die Mühe jedoch lohnt sich wirklich. Dieser lebensverneinende (und doch kraftvoll positive) Monolog schwankt hin und her, in den Zeitebenen und Ideen, folgt jedoch penibelst genau eine Linie. Genial, wie Imre Kertész das als logisches Ganzes zusammenführt!
Im Gesamtkonzept der Trilogie ist Kaddisch für ein nicht geborenes Kind nach dem fulminanten Roman eines Schicksallosen der perfekte Mittelteil, bevor dann das fast kafkaeske Fiasko als Finale grande zuschlägt.
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