Fridolin und seine Cousine / Ehefrau Lore reisen nach Berlin, um dort ein neues Leben zu beginnen. Zusammen mit ihrer Freundin Mary eröffnet Lore ein Modesalon, während Fridolin in einer großen Bank seinen "ersten, richtigen" Job beginnt. Doch wie so oft bleibt das Leben nicht einfach ruhig, Intrigen und Gerüchte machen sich in der höheren Gesellschaft über Lore, ihre Ehe und ihr Können breit. Gerade als sie Fridolin am meisten braucht, scheint ihre Ehe tatsächlich zu kriseln, denn Fridolin hat eine alte, wohl bekannte, Dame wieder : die Besitzerin des Bordells "Le Plaisir".
Nach einem eher kitschigen ersten Teil, ist es dem Ehepaar Lorentz gelungen, diese "Preußen-Reihe" zu verfeinern. Lore und Frodolin erleben zwar immer noch die tollsten Sachen, zum Beispiel ein fast Attentat auf den Kaiser, aber nicht mehr in so einer Heftigkeit, wie in Dezembersturm. Überhaupt finde ich diesen Teil sehr viel authentischer und spannender.
Die Charaktere, seien es Mary, Lore oder Fridolin, bekommen in Aprilgewitter eine Tiefe, die ich mir für Dezembersturm auch gewünscht hätte. Besonders Lore wächst einem jetzt in diesem Teil ans Herz und man war wirklich gespannt, wie das alles so zu Ende geht. Man kann sagen, dass Lore mutiger und selbstbewusster ist und nicht mehr so kindlich wie zuvor, das war sehr angenehm beim Lesen. Was Fridolin angeht, so fand ich eigentlich die Heirat der beiden im ersten Teil sehr überstürzt und war mir nicht wirklich sicher, was er für Lore empfindet. In diesem Teil bekommt ihre Ehe natürlich viel Platz, zum krachen, toben und zum lieben, sodass man als Leser sein eigenes Gefühl dafür bekommt, wie Aufrichtig diese Ehe eigentlich ist.
Mir gefiel das Ende gut und es lässt einen erahnen, dass es auch hier einen weiteren Teil geben wird, wann dieser Teil erscheint, ist mir bisher ab noch unbekannt.
Was mir besonders an dem Schreibstil der Lorentz's gefällt ist, dass sie sehr auf den sprachlichen Stil der Zeit geachtet haben. Da haben sie entweder wirklich gut recherchiert, oder aber einfach sich nur richtig gut in ihre Figuren versetzt. Auch die Beschreibung Berlins war sehr real und man konnte es förmlich vor Augen sehen.
An diesem Buch, konnte man erahnen, warum die "Wanderhure" z.B. so ein großer Erfolg wurde. Nach Dezembersturm konnte ich das noch nicht verstehen.