Leser-Rezension zu „Die Rose von Asturien” von Iny Lorentz
am 7.08.2011
Maite wird nach dem Tod ihres Vaters, dem Stammeshäuptling, als Sklavin entführt und soll der schönen Ermengilda, der Rose von Asturien, als Magd dienen. Sie flieht und rächt sich Jahre später bei Ermengilda indem sie jene hübsche junge Frau auf ihrem Brautzug entführt.
Doch das Schicksal der beiden Frauen bleibt dank der widrigen Umstände jener Zeit unteilbar miteinander verbunden. Wie werden die beiden die Situation meistern? Können sie auch ohne einander zu jener Zeit bestehen ?
Ein weiterer Roman aus der Fließbandproduktion Lorentz. Das oder etwas ähnliches muss sich der kundige Leser der Vita von Iny Lorentz nach einem Blick auf dieselbige denken.
Eine gewisse Skepsis was die Qualität des Romans bezogen auf den Kaufpreis angeht macht sich da beim Genre geplagten Leser schon breit.
Aber das soll sich als Irrglaube erweisen. Zwar hat Iny Lorentz schon wesentlich bessere Romane geschrieben aber zu ihren schlechtesten zählt dieser auch nicht.
Die eigentliche Geschichte teilt sich in zwei grobe Haupthandlungen mit diversen Nebenschauplätzen die aber abgesehen von den Personen durchaus übersichtlich sind.
Das wer mit wem und warum erschließt sich dem Leser erst nachdem er das Gott sei Dank umfangreiche Personenregister eingehend studiert und am besten auswendig gelernt hat. Spätestens ab der magischen Marke von Seite 100 hat der Leser ohne Studium des Personenregisters wenig Chancen überhaupt einen Bruchteil der Geschichte zu verstehen.
Eine detaillierte Karte und das umfangreiche Glossar komplettieren die Hilfestellungen der Autorin gegenüber dem Leser. Ob das nun für oder gegen die Autorin spricht mag jeder selber beurteilen.
Die beiden Haupthandlungen grenzen sich auch inhaltlich sehr voneinander ab, wobei die Handlung um die beiden Frauen die deutlich spannendere von beiden ist und wohl am besten dazu geeignet ist den Leser bei Laune zu halten.
In einem dynamischen Wechsel zwischen Spannung erzeugen und Spannung ruinieren schleift die Autorin den Leser durch die Geschichte.
Hätte die Autorin den Leser mit den langatmigen Passagen verschont wären sicherlich weitaus weniger als die tatsächlichen 800 Seiten entstanden.
Das Motiv der Liebe darf natürlich nicht fehlen und wird ausschweifend genutzt an manchen Stellen sogar ein wenig überreizt.
Selbstverständlich bedient Iny Lorentz auch sämtliche Klischees des Mittelalters, wäre ein Roman aus ihrer Feder doch ohne diese sehr unglaubwürdig.
Die Charaktere – gerade der beiden Frauen- sind stark gezeichnet und brillieren durch Authentizität. Auffällig ist ,das ausgehend von den verschiedenen „Gruppen“ einige Charaktere immer wieder hervorgehoben werden, sich innerhalb der Geschichte weiterentwickeln während andere Charaktere der gleichen Gruppe zu Statisten degradiert und nahezu vernachlässigt werden. So wird der Leser zwar mit einer umfangreichen Anzahl an Personen konfrontiert, aber nur wenige entwickeln sich zu handelnden und facettenreichen Charakteren. Das mag den ungeübten Leser doch sehr verwirren muss er doch selber die Spreu vom Weizen trennen.
Fazit : Insgesamt ein solider Roman mit einer guten Story , mit einigen langatmigen Passagen aber durchaus lesenswert. Wer Iny Lorentz kennt kann sich das Buch vorstellen wie eine Mischung aus dem ersten und dem zweiten Teil der Wanderhuren Tetralogie vorstellen .

