Rezension zu "Der Marxismus" von Iring Fetscher

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Sokrates

Vor 1 Jahr

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Als gelebtes politisches System hat sich der Marxismus in seinen vielen Modifizierungen durch Lenin, Stalin, Mao und auch die DDR ad absurdum geführt und demonstriert, dass auch der Kommunist kein besserer Mensch ist bei DER Lösung aller gesellschaftlichen Probleme. Und dennoch erfreuen sich die Ideen von Marx bis heute ununterbrochener Sympathie, gerade unter jungen Menschen, die mit allen gescheiterten Systemen keine irgendwie gearteten Erinnerungen verknüpfen können. Und so schwirrt Marx als Utopie immer noch durch den Orbit - und das nicht zu Unrecht, denn wer die Ursprungstexte und deren Kritik, aber auch das philosophische Substrat, was Marx zeitlich vorausging und ihn letztendlich prägte, liest, wird merken, dass Marx Recht hatte. Viele seiner Beobachtungen berühren bis heute empfindliche Punkte, treffen Problembereiche direkt und kritisieren sie messerscharf. Der Band beinhaltet auf das 1000 Seiten dieses Sammelsurium an Ausgangstexten, Marx'schen Kernthesen und nachfolgenden Interpretationen durch Lenin, Stalin und andere bekannte Namen der kommunistischen Bewegung. Iring Fetscher hat seinen Band geteilt nach Themen: Ideologie, Wirtschaft etc. Eine gelungene Textzusammenstellung, die jedoch an der einen oder anderen Stelle gern vom Autor hätte kritisch kommentiert werden können. Das ist leider dem kundigen Leser überlassen. Unabhängig davon jedoch ein Buch, dessen Wert groß ist als Nachschlagewerk und Sammlung aller Ideen, die für das Verständnis des Marxismus von großer Bedeutung sind.

Autor: Iring Fetscher
Buch: Der Marxismus
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