Leser-Rezension zu „Treffen sich zwei” von Iris Hanika
am 30.12.2010
Diese Liebesgeschichte der ganz anderen, der absolut nüchternen und schnörkellosen Art, findet in der Gegenwart in Berlin Kreuzberg statt. Senta und Thomas, beide Mitte vierzig, treffen sich zufällig in einer Kneipe und sind vom ersten Augenblick voneinander angezogen. So angezogen, dass sie ohne viel zu sagen zu Senta nach Hause gehen und dort eine heiße und innige Nacht verbringen. Ohne viel über den anderen zu erfahren, basiert ihre „Beziehung“ in den nächsten 10 Tagen scheinbar ausschließlich auf Sex. Senta widerstrebt eine mögliche Beziehung mit Thomas: Er sieht unförmig aus und schielt ein wenig, kleidet sich unvorteilhaft und ist von Beruf Systemberater. Sie sah nie ihr Traummann aus. Bis zu einem Zwischenfall, nach dem beide erkennen, dass sie sich irgendwie doch ineinander verliebt haben.
Das Buch liest sich mehr wie eine Studie über die Liebe und das Verlieben, das Gefühlsleben der „Übriggebliebenen“ und der Sehnsucht nach Zweisamkeit zweier Großstadtsingles. Einfach fantastisch wie die beiden Perspektiven der Helden sich abwechseln und irgendwie auch super komisch. Die Gedankengänge der beiden Protagonisten sind einfach amüsant und in manchen Punkten spiegeln sich auch eigene Erkenntnisse wieder. Hanikas Schreibstil ist großartig, frisch und ungekünstelt.
Eine wirklich niveauvolle Liebesgeschichte.

