Isabel Abedi – ein Name, der sich längst in mein Leserherz eingebrannt hat und der für mich Grund genug ist, mir ein Jugendbuch dieser Autorin zu kaufen. Ich liebe ihre Bücher, die stets spannend und liebenswert sind, doch leider war ich von ihrem neusten Jugendbuch nicht ganz so begeistert, wie bei den Romanen davor.
Die Idee mit den Begleitern oder Schutzengeln fand ich einfach zauberhaft, ebenso die Umsetzung, das Merkmale mit den „unbeschriebenen Händen“ und den Träumen. Doch generell glänzte dieses Buch durch Langatmigkeit – so leid es mir tut, das sagen zu müssen.
Die Geschichte plätschert so vor sich hin: Rebecca und Lucian, die nicht voneinander lassen können, aber aus dem und dem Grund immer wieder auseinandergehen – dieses typische Hin und Her, das wir kennen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich in diesem Buch eine plausible Erklärung dafür erhalten habe – die Angst über das Unbegreifliche und die tatsächlich überirdische Bindung.
Doch es wird noch schlimmer, als Rebecca nach Amerika geschickt wird. Ihre Reaktion auf die Trennung von Lucian hat mich nur noch genervt, weil das einfach zu übertrieben war (und mich ziemlich an Bella in „New Moon“ erinnert hat). Diese Phase hätte man getrost kürzen können.
An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich zum ersten Mal ein Hörbuch besser fand, als das Buch, weil die Geschichte einfach um einiges gestaucht wurde. Allerdings, und trotz der angenehmen Stimme der Sprecherin, lese ich doch lieber, als irgendjemandem beim Vorlesen zu zuhören.
Auch die Personen hatten hier weniger Tiefgang, als ich es von Abedi gewohnt bin. Es wimmelt nur so von Stereotypen, die zwar alle liebenswert, aber nicht sonderlich aufregend waren. Jedoch die Familiensituation von Rebecca, den Komplex ihrer Freundin und die Treue von Beccas Ex-Freund konnte meine leichte Enttäuschung darüber wieder aufwiegeln.
Am meisten fasziniert hat mich unerwarteter Weise eine Nebenperson – den Englischlehrer von Rebecca –, den ich als vielschichtiger erachte habe, als die Protagonisten. Sein unfaires Verhalten gegenüber Rebecca hat einen guten Grund, der in der gemeinsamen Vergangenheit mit einem von Rebeccas Verwandten in Zusammenhang steht. Das Geheimnis um seine Person wird nach und nach gelüftet und wurde wunderbar in den Plot mit eingearbeitet. Das empfand ich als sehr gelungen.
Wie man sicherlich sieht, ist meine Meinung zu diesem (Hör-)Buch zwiegespalten. Einerseits war ich begeistert von Abedis Grundidee, andererseits wiederum enttäuscht von der Langatmigkeit der Handlung, die in dem Hörbuch jedoch weniger stark hervortritt.
Dennoch – Abedi gehört immer noch ganz klar zu meinen Lieblingsautorinnen!