Leser-Rezension zu „Whisper” von Isabel Abedi
am 26.01.2012
Zusammen mit ihrer Mutter und deren Freund Gilbert will Noa ihre Ferien in dem 500 Jahre alten Haus auf dem Land verbringen, welches sie Whisper tauft. Es geht etwas Unheimliches von diesem Haus aus, aber das scheint nur Noa zu spüren.
Doch dann trifft sie David, der Junge aus dem Dorf, der Schmetterlinge in ihren Bauch zaubert.
Und dann ist da auch das Geisterspiel. Das Spiel, das alles verändert. Zuerst ist alles noch ganz harmlos. Ein bisschen Gläserrücken. Doch dann spricht wirklich ein Geist zu ihnen. Der Geist des vor 30 Jahren auf dem Dachboden des Hauses ermordeten Mädchens Eliza. David und Noa sind entsetzt. Soll dies wirklich geschehen sein? Oder hatten sie sich alles nur eingebildet? Und was hat es mit Rupert auf sich, dem zurückgezogenen einsilbigen Maler? Und was hat das „Juwel“ von Eliza damit zu tun? Schließlich führen alle Spuren an den einen Ort. Auf Whispers verriegelten Dachboden.
Einen Menschen so zu lieben, wie er ist, das ist leicht.
Schwer ist, einen Menschen so zu lieben, wie er nicht ist.
In einem Menschen all das zu sehen, was er sein könnte, aber noch nicht sein kann.
Das hat Jonathan einmal zu mir gesagt und heute am See fallen mir seine Worte wieder ein.
Eliza, 3. August 1975
Kritik
Dieses Buch hält einen von Anfang an gefangen. Es ist auch die Schreibweise, aber eher auch die Handlung, die unaufhörlich spannend ist. Und natürlich auch die sehr gut ausgewählten Figuren. Jeder ist so, wie es der Roman von ihm verlangt. Ohne den ruhigen, schwulen Gilbert gäbe es das Spiel nicht. Ohne die aufgedrehte und naive Kat wären sie wahrscheinlich nie in das Dorf gezogen. Und ohne Noa und David würde die Geschichte gar nicht erst existieren. Und dann natürlich noch die ganzen wichtigen Nebenfiguren, die eigentlich gar keine Nebenfiguren sind.
Oder die Hinweise in Elizas Tagebucheinträgen. Eliza übrigens finde ich ziemlich toll. Sie hat eine starke Persönlichkeit und außerdem ist sie meine Namensvetterin.
Die Handlung spielt in unserer ganz normalen Welt. Sie sind in den Ferien von Berlin in ein kleines Dörfchen in der Nähe von Düsseldorf gezogen.
Fazit:
Ein sehr lesenswertes Buch, das einen die ganze Zeit gefangen hält. Allerdings kann es „Isola“ nicht das Wasser reichen …

