Leser-Rezension zu „Das Knistern in den Sternen” von Jón Kalman Stefánsson
am 10.07.2009
In dem Buch geht der Autor sich selbst auf den Grund. So beschreibt er zum einen seine Kindheit als siebenjähriger in Reykjavik. Dabei blickt er nicht als Erwachsener auf die Kindheit zurück, sondern versucht sich zu erinnern, wie er als Kind verschiedene Ereignisse wahrgenommen hat und wie er damit umgegangen ist. So wenn er von einem Tag auf den andern eine Stiefmutter erhält und er glaubt, jetzt ist er erledigt. Oder wenn er mit den Kindern der Nachbarschaft spielt, oder warum der fiese Frikki wirklich fies war. Er fragt sich aber auch, wie er als Kind sich gefragt hat, was ist "Zeit". Ist Zeit Bewegung? Was ist dann Stillstand? Der Autor geht aber noch weiter und fragt sich, wie es zu ihm gekommen ist. Er beschreibt deshalb auch, durch welchen Zufall sich seine Eltern kennengelernt haben. Zum anderen geht er noch weiter zurück zu seinen Urgroßeltern, die zur Zeit des 1. Weltkriegs geheiratet haben. Er beschreibt den Charakter seines Urgroßvaters und wie es seine Urgroßmutter mit diesem träumerischen Romantiker mit einem Alkoholproblem ausgehalten hat und ihm trotz seiner Eskapaden nicht verlassen hat. Die einzelnen Geschichten über seine Kindheit und seine Urgroßeltern wechseln dabei stetig ab. Besonders bei der Schilderung seiner Kindheitserlebnisse gelingt es ihm durch seine schon fast poetische Sprache seine Gefühle und Eindrücke als Kind anschaulich zu machen.


