Leser-Rezension zu „Elizabeth Costello” von J. M. Coetzee
am 30.10.2009
Die schon etwas ältere Schriftstellerin Elizabeth Costello wird auf acht Stationen ihres Vortragslebens begleitet, auf denen sie ihre Einstellungen zu den jeweiligen Themen vertritt. Die Protagonistin nimmt ihre Position ein, um sie zu verteidigen, darzustellen, zu hinterfragen und zu überdenken. Herauskommt eine philosophische Betrachtungsweise, die nicht nur wissenschaftliche Vorherrschaft in Frage stellt, sondern teilweise auch angreift. Costellos oftmals intuitive Herangehensweise öffnet nicht nur der Spekulation Tür und Tor, sondern provoziert auch zu einer grundlegenden Revision mancher Moralbegriffe.
Meisterhaft benutzt Coetzee eine ungewohnte Stilistik. Zwischen Essay und Erzählung liegen die verwendeten Mittel. Um den größten Nutzen beim Lesen zu haben, sollte man die Kapitel in einem Zug lesen. Zeit sollte man sich nehmen und sich gestatten, das eine oder andere für sich zu reflektieren.

