Leser-Rezension zu „Leben und Zeit des Michael K.” von J. M. Coetzee

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Beagle Beagle
Verfasst von Beagle
am 26.10.2009
 

Wie kann man überleben, wenn um einen herum Krieg, Misstrauen und die blanke Hölle herrschen? Was macht jemanden dazu fähig, sich ohne Auflehnung gegen das Regime zu wenden? Michael K. zeigt es uns. Sein Leben und seine Zeit, das waren die Unruhen in Südafrika, es herrschte Bürgerkrieg und nichts war mehr, wie es gewesen war. Michael, ein einfältiger, nicht sehr heller Zeitgenosse, dessen Herz aber am rechten Fleck saß, war sein Leben lang ein Außenseiter, einzig zu seiner Mutter hielt er den Kontakt aufrecht. Er war zufrieden, sich in den Grünanlagen von Sea Point als Gärtner verwirklichen zu dürfen, die Gesellschaft anderer Menschen war ihm egal.
Von einem Tag auf den anderen war es seiner Mutter aber Leid, die ewigen Anschläge und Unruhen in der Stadt miterleben zu müssen – sie möchte zurück aufs Land, wo sie geboren und aufgewachsen war. Michael hat nichts dagegen einzuwenden, findet die Idee im Gegenteil sehr gut. Doch unterwegs stirbt die Mutter in einem Krankenhaus, sie wird eingeäschert und die Asche Michael in einem Pappkarton überreicht. Schnell findet er sich damit ab, dass seine Mutter nun tot ist, er stellt sich auf das neue Leben ein, möchte aber dennoch ihre Asche zurück zu ihrem Geburtsort bringen, was ihm schließlich nach einer Odyssee auch gelingt.
Lange Zeit erfahren wir nur von der Eintönig- und Einsamkeit des Daseins, das Michel K. auf einer verlassenen Farm führt. Nur einmal wird er von einem Nachfahren der Farmer gestört – und beschließt, zu gehen, sich der Verantwortung zu entziehen, dass jemand in seiner Nähe ist, womöglich seine Hilfe in Anspruch nehmen würde. Sein Weg führt K. in die Berge, in einer Höhle beginnt nun ein kurzes, noch einsameres und einfacheres Leben. Als er schließlich vom Militär gefangen und in ein Lager gesteckt wird, ist er nur noch Haut und Knochen, doch sein Kampf geht weiter.
Coetzee lässt seinen Protagonisten ohne Waffen und ohne seinen geringen Verstand einzusetzen kämpfen, sich gegen die Unruhen, den Bürgerkrieg auflehnen. Nur eines möchte er, seine Ruhe und Frieden (für sich, denn die anderen sind ihm egal, ohne, dass er dabei egoistisch erscheint). Aber ist Michael K. so einfältig und dumm, wie wir ihn in der Geschichte, oberflächlich betrachtet, erleben? Ist es ausschließlich naiv, sich nach seinen eigenen Regeln und Vorstellungen verwirklichen zu wollen?
Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, wie sehr sich doch das Leben eines einzelnen wenden kann, was er durchmachen muss, um den Wirren zu entgehen. Ein durchdachtes Buch, mit einem sehr „schlauen und klugen“ Protagonisten.

 

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Leben und Zeit des Michael K. Leben und Zeit des Michael K.
J. M. Coetzee

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Leben und Zeit des Michael K.
von J. M. Coetzee

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