Leser-Rezension zu „Schande” von J. M. Coetzee

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Beagle Beagle
Verfasst von Beagle
am 18.12.2011
 

Inwiefern ist Verlangen untragbar? Wann ist Verlangen schändlich? Die Liebe eines älteren Mannes zu einer jungen Frau – sie wird ihm zum Verhängnis. David Lurie ist Literaturprofessor in Kapstadt, ein mittelmäßiger Dozent, mit seinem Leben im Einklang. Er behauptet von sich selbst, dass es jedes Semester vorkommt, dass er sich in eine seiner Studentinnen verguckt, das sei nichts Besonderes. Immer ist ein Mädchen dabei, das ihm gefällt – aber, welcher Mann würde nicht nach den Reizen der Frauen sehen? In diesem Semester ist es Melanie Isaacs.

Als er ihr eines Abends im Park begegnet, lädt er sie spontan zu sich nach Hause ein. Sie trinken Wein und reden miteinander. Und es kommt zu Annäherungen, die das Mädchen über sich ergehen lässt. Luries Verliebtheit steigert sich, obwohl er sich darüber im Klaren ist, dass Melanie seine Tochter sein könnte. Die „Beziehung“ geht weiter, doch mehr als ein Ertragen seitens der Studentin ist es nicht, was der Professor nicht merkt oder nicht wahrhaben will.

Bis eines Tages ein Freund Melanies aufkreuzt und David warnt, er solle die Finger von ihr lassen. Aber auch nachdem sein Auto zerkratzt wurde, verzichtet er nicht auf sie. Dann kommt es zum Eklat, die Sache der ungleichen Beziehung wird öffentlich und David Lurie verliert seine Professur.

Er habe Melanie wirklich geliebt, er stehe zu dieser Sache – das waren seine Worte vor der Ausschusssitzung. Niedergeschlagen und dennoch von seiner Meinung überzeugt, möchte er Kapstadt für eine Zeit lang den Rücken kehren und fährt auf Besuch zu seiner Tochter ins Veld. Lucy bewirtschaftet dort eine kleine Farm, die einzige Hilfe ist ein älterer Schwarzer namens Petrus.

Aber, schon bald nach seiner Ankunft auf dem Land, beginnt er zu begreifen, was Leid und Hass bedeuten. Lurie gerät in einen Albtraum, aus dem er so schnell nicht wieder erwachen soll.

J. M. Coetzee hat mit seinem Roman „Schande“ ein Meisterwerk moderner Erzählkunst vorgelegt. Ganz langsam und dann schlagartig, lässt er seinen Protagonisten David Lurie an den Rand der Existenz abgleiten. Coetzee gibt wieder, wie die Sitten nach der Apartheit im südlichen Afrika waren, wie die Schwarzen mit Gewalt versuchten, sich ihr Recht zu erlangen. Eine großartige und realistische Erzählung, die spannend und meisterlich geschrieben wurde.

 

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Schande Schande
J. M. Coetzee

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südafrika, vergewaltigung, apartheid, rassismus, kapstadt

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Schande
von J. M. Coetzee

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