Leser-Rezension zu „Tender Bar” von J. R. Moehringer

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Anit Anit
Verfasst von Anit
am 15.05.2010
 

Mit Tender Bar erzählt J.R. Moehringer seine Lebensgeschichte, es handelt sich hier also weniger um einen Roman, sondern mehr um seine Memoiren. Doch eigentlich hat er ein Buch über eine Bar und ihre Besucher geschrieben. Die Geschichte beginnt als J.R. sieben Jahre alt ist. Der erste Teil handelt hauptsächlich von der Familie und von seiner Mutter die versucht sich und ihren Sohn alleine durchzubringen. Sie hat den Vater von J.R. verlassen als J.R. gerade ein paar Monate alt war, da er sie körperlich misshandelt hat. Sie leben die meiste Zeit bei ihren Eltern im Haus. Dort wohnen noch mehr Familienangehörige unter anderem ein Onkel von J.R. und der arbeitet in einer Bar. Zu ihm blickt J.R. je älter er wird immer mehr auf. Er sehnt sich nach seinem Vater und Männer generell, weil er die meiste Zeit mit Cousinen, Mutter und Oma zusammenlebt.
Die Erzählung vom dem heranwachsenden J.R. hat mir sehr gut gefallen. Wie er lebt und was er erlebt. Es gab sehr vieles das mich berührt hat. Besonders gefallen, und ja auch beeindruckt, hat mich seine Mutter. Wie sie ihn von seiner Schmusedecke entwöhnt, hat mir den Hals schon etwas enger werden lassen. Es gab noch viele Passagen dieser Art. Zu Recht hat er ihr das Buch gewidmet. Es gab auch viele Stellen die sehr humorvoll beschrieben waren.
Nur, je älter J.R. wurde um so weniger hat mir die Geschichte gefallen. Im zweiten Teil wird erzählt wie er dann endlich nach Yale kommt zum studieren. Was ja sein Traum war. Auch durfte er nun ganz offiziell die Bar besuchen in der sein Onkel arbeitet. Dort lernt er die Männer kennen die er sich zum Vorbild macht. Es sind sicher alles sehr liebenswürdige Menschen die er dort trifft, nur konnte ich die Vorbildfunktion nie erkennen. Mir wurden die Abschnitte in der das Barleben beschrieben wurde mit der Zeit auch zu viel und zu langatmig. Der Alkohol fließt dort in Strömen. J.R. zieht sich auch immer wieder dorthin zurück, wenn es ihm nicht gelingt sein Leben in den Griff zu bekommen und mal wieder was schief geht. Und dies passiert ziemlich oft. Meiner Meinung nach gibt er ziemlich schnell auf. Überhaupt kommt er mir sehr orientierungslos vor was seine Berufspläne betrifft. Daher flüchtet er sich in sehr jungen Jahren immer wieder zu den Männern und dem Alkohol in die Bar.
Was man als Leser ziemlich früh erkennt beschreibt der Autor dann zum Schluss hin, nämlich dass er auf dem besten Wege war ein Alkoholproblem zu bekommen. Es war schön wie ehrlich der Autor mit sich und seinem Umfeld umgegangen ist. Ich habe mich gefreut, dass es in seinem Leben eine Wende gab.
Aber, meiner Meinung nach sollte man dieses Buch nicht mit Frank McCourts, Asche meiner Mutter vergleichen, denn dem hält es auf keinen Fall Stand. Dazu muss der Schriftsteller vielleicht doch noch mehr erleben als nur tagein tagaus in eine Bar zu gehen.
Am Anfang dachte ich, ich halte ein fünf Sterne-Buch in der Hand, nur je älter J.R. wurde umso mehr Sterne habe ich abgezogen.

 

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Tender Bar Tender Bar
J. R. Moehringer

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Tender Bar
von J. R. Moehringer

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