Leser-Rezension zu „The Other Room” von James Everington

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Verfasst von blaugraufrau
am 13.06.2011
 

Die erste Kurzgeschichte in dieser Sammlung eines britischen Indie-Schriftstellers liest sich noch etwas zäh: Ein Mann übernachtet aus beruflichen Gründen in einem Hotel, betritt aus Versehen das falsche Zimmer und verfällt nach und nach dem Reiz eines gefährlichen Doppellebens. Das hat was Surreales, erinnert ein wenig an David Lynch, wirkt in der Ausführung aber noch eher hölzern.
Mit der zweiten Geschichte hat James E. mich dann aber sprachlich und inhaltlich gepackt, und auch in den darauf folgenden Storys gelingt es dem Autor immer wieder, eine nahezu beklemmende Stimmung zu erzeugen. Mal geht es um fremdartige Wesen, die in einer Neubausiedlung ihr Unwesen treiben, mal um eine Frau, deren Aussehen sich den Erwartungen ihres Betrachters anpasst, und dann wieder um einen Studienanfänger, der in eine schäbige Bruchbude zieht und sich mit seinen seltsamen Nachbarn auseinandersetzen muss. Dabei setzt der Autor nicht nur auf übernatürlichen Grusel, sondern vor allem auf Gefühle von Fremdheit und Entfremdung, Desillusionierung und Existenzängste.
Sicher könnte da noch einiges verbessert werden. Mit einigen Geschichten wurde ich nicht warm, und auch ein professionelles Lektorat wäre mitunter wünschenswert. Aber für zwischendurch war dieser Abstecher ins Indie-Reich sehr interessant.

 

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The Other Room The Other Room
James Everington

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The Other Room
von James Everington

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