Leser-Rezension zu „Kochen mit Fernet-Branca” von James Hamilton-Paterson
am 2.12.2010
Köstlich, einfach köstlich diese Gerichte, doch nicht zum Nachkochen empfohlen.
Gerald, ein in das Alter gekommener, doch immer noch von sich überzeugter Ghostwriter und Marta eine aus einer ehemaligen fiktiven russischen Enklave kommenden Msuikkomponistin treffen sich auf einem einsamen Berg als Nachbarn in der Toscana wieder.
Gerrriiiieee wie Marta ruft hat einen Hang zu exotischen Gerichten (Katze, Jack Russell....) seine Rezepte sind nicht nur köstlich beschrieben auch die Mengenangaben sind genauestens einzuhalten. (99 Rosinen, EIN Safranfaden)
Nicht nur die Rezepte sind köstlich zu lesen, das ganze Buch ist in einer beschwingten, feinen Sprache geschrieben und hält sich auch an vielen kleinen Details fest.
Es wird erst ein Kapitel aus Sicht von Gerald dann von Marta geschildert, am Anfang gibt es eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse, die durch die Sicht des anderen plötzlich eine andere witzige Deutung bekommen. Dies allein birgt schon manchen Schmunzler, die Verwicklungen sind vorprogrammiert.
Leider übertreibt es der Autor doch ein wenig mit der Rahmengeschichte, es landen alleine 4 mal Hubschrauber bei den verlassenen Häusern und die Film- und Musikgrößen dieser Welt geben sich die Klinke in die Hand.
Wenn Übertreibung als Humorstilmittel eingesetzt wird, dann aber bitte etwas dezenter. So gerät die Handlung manchmal zu einem schlechten James Bond Film.
Ach ja ein Film wird natürlich auch gedreht und am Ende werden nochmal alle Register gezogen und so gerät das Buch meiner Meinung nach in eine grobe Schieflage.
Ein durch die feine und witzige Sprache sehr gut zu lesendes Buch, mit guten drei Sterne, doch leider mit zu grober und unwirklicher Rahmenhandlung.

