Leser-Rezension zu „Nachglühen” von Jan Böttcher
am 16.09.2009
Jo und Jens, zusammen aufgewachsen in einem Sperrgebiet an der ostdeutschen Grenze, verbindet ein Geheimnis. Das Buch nimmt sich sehr viel Zeit, diese Geschichte in Andeutungen, persönlichen Erinnerungen und Gedankengängen zu entschlüsseln; vermischt mit den aktuellen Ereignissen um ihr Wiedersehen, das durch die Frau des einen weiter verkompliziert wird. - Ich wurde mit diesem Buch und seinen Hauptpersonen die ganze Zeit nicht warm, und das lag weniger daran, dass ich es nur drei Seiten-weise in der S-Bahn gelesen habe, sondern mehr daran, dass ich mit subtilen Andeutungen und schwer nachvollziehbaren Gedankengängen nichts anfangen kann. Die Geschichte selbst ist interessant und glaubwürdig; Orte und Personen werden mit wenigen Strichen sehr lebensecht und hautnah realistisch dargestellt. Meine leserische Distanz wurde jedoch nie abgebaut; nie fühlte ich mit den Protagonisten mit. Diese Gefühlskälte, ob sie nun Absicht des Autors ist oder nur mein Unvermögen, mich mit dieser Art Literatur anzufreunden, lässt mich jedenfalls etwas ratlos und zwiegespalten zurück.

