Die Story beginnt in Paris. Der ehemalige Varieté-Besitzer Georges Hofmann offenbart in einem Interview mit der Journalistin Valerie Rochard (bzw. dem Fernsehsender ARTE) einen Teil seiner Vergangenheit. Er wurde als Jude in Frankfurt geboren und im Jahr 1941 schickten ihn seine Eltern zu Nachbarn, Georg kam nach Frankreich und sah seine Eltern nie wieder. Nach dem Interview meldet sich eine Dame, die einen Brief für Georg Hofmann aufbewahrt hat. Valerie wittert eine tolle Fortsetzungsstory und begleitet Georg zur Briefübergabe. Auf dem Briefumschlag steht der Name von Georges Vater und "Auschwitz", im Umschlag enthalten ist eine bisher verschollene und unveröffentlichte Partitur von Jacques Offenbach: "Das Geheimnis einer Sommernacht".
Diese Neuigkeit schlägt wie eine Bombe ein und Valerie fährt im Interesse von Hofmann nach Frankfurt, um dort mit einigen Interessenten zu verhandeln. Kurz nach ihrer Ankunft werden auf dem Restaurantschiff "Sultan" fünf Menschen grausam ermordet. Nur der Restaurantbesitzer kann sich schwerverletzt retten und fällt danach ins Koma.
Hauptkommissar Robert Marthaler und sein Team stehen vor einem Rätsel und recherchieren in mühevoller Kleinstarbeit. Unklar ist das Motiv des Täters und warum diese Personen sterben mussten.
Im Laufe der Ermittlungen erfährt die Polizei, dass auch Valerie auf dem Schiff war und seitdem mitsamt der Partitur verschwunden ist. Inzwischen erkennt auch Georg Hofmann, dass es Zeit ist, nach Deutschland zurückzukehren und sich seiner Vergangenheit zu stellen...
MEINE MEINUNG:
Der 3. Band der Robert Marthaler-Reihe hat mich ebenso begeistert wie seine Vorgänger. Ich mag einfach den Schreibstil und das Polizistenteam.
Die Ermittler entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter (was mit persönlich sehr gut gefällt): Robert Marthaler geht in dem Fall auf und arbeitet unermüdlich daran. Seine Freundin Tereza fühlt sich von ihm etwas allein gelassen und kapselt sich ab. Auch von Roberts Teamkollegen Kerstin Henschel, Manfred Petersen, Sven Liebmann und Kai Döring gibt es Neues & Interessantes zu berichten.
Außerdem bekommt die Soko "Sultan" den Superbullen Oliver Frantisek zur Seite gestellt. Und die Mordkommission hat eine neue junge Chefin namens Charlotte von Wangenheim, die felsenfest hinter ihrem Team steht. Dies alles lockert auch die oft grausame und blutige Polizeiarbeit auf. Ebenso wie Marthalers Freundin Tereza, die solche Sachen wie "Schlauwisser" sagt, aber leider in der Geschichte nicht wirklich oft vorkommt.
Der Autor hat sich für meine Begriffe auch gut mit den Themen "Naziherrschaft in Deutschland" und "Konzentrationslager" auseinandergesetzt und dies wunderbar in die Handlung eingeflochten.
Der Spannungsbogen reicht vom Anfang bis zum bitteren Ende und treibt den Leser voran (da stören nicht mal die manchmal detailierten Beschreibungen Frankfurts). Man kann einfach nicht aufhören zu lesen...
Auch wenn dies schon der 3. Teil der Serie ist, muss man nicht zwingend die beiden Vorgänger gelesen haben, es wird immer wieder auf wichtige Ereignisse Bezug genommen.
Wie schon eingangs erwähnt, mag ich das Ermittlerteam - allen voran den etwas eigenbrötlerischen und doch sympathischen Robert Marthaler. In zwischenmenschlichen Beziehungen ist er zwar manchmal etwas unbeholfen, aber das macht ihn noch liebenswerter. Der Rest seiner Leute wird ebenfalls sehr realistisch und menschlich dargestellt.
FAZIT:
Jan Seghers hat mit "Partitur des Todes" wieder einen packenden Krimi geschrieben, dem es an nichts fehlt: ein interessanter Plot mit reichlich Spannung, tolle Protagonisten und einen mitreißenden Schreibstil. 5 STERNE!