Rezension verfasst vor 4 Jahren
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Jana Hensel war dreizehn, als die Mauer fiel. Von einem Tag auf den anderen war ihre Kindheit zu Ende. Timurtrupp, Milchgeldkassierer, Korbine Früchtchen oder die "Trommel": Die vertrauten Dinge des DDR-Alltags verschwanden gleichsam über Nacht - und ein Abenteuer begann. Plötzlich war überall Westen, die Grenze offen, die Geschichte auch. Von der Freiheit erwischt, machte sich eine ganze Generation daran, das veränderte Land neu zu erkunden: mal mutig und mal zögerlich, mal lustvoll und mal distanziert. Das Jahrzehnt nach der Wende war für sie voller überraschender Erfahrungen.
Jana Hensel erzählt davon mit großer Eindringlichkeit und sprühender Lebendigkeit. Wir nehmen teil am faszinierend widersprüchlichen Lebensgefühl einer Generation, die Verwandlungen erlebte wie kaum eine zuvor.
Der Leser kann sehr gut nachempfinden, wie Jana sich gefühlt hat und wie ihre Generation die Wende erlebt hat, sie schreibt in einem Stil, der einen miterleben und verstehen lässt und in vielen Passagen habe ich mir gesagt: "Ja, genau, so war es ... "
Zusammenfassend würde ich dieses Buch als Essay, also als eine Abhandlung bezeichnen, die auf Geschichtenbasis verfasst wurde. Es handelt sich hier um eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der kulturelle und gesellschaftliche Phänomene rund um die Wendezeit für alle Bürger Deutschlands aus Sicht eines ehemaligen DDR-Bürgers betrachtet werden.
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