Rezension zu "Schattenopfer" von Jana Kleinkes

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Gelöschter Benutzer

Vor 2 Jahren

(12)

Nebai Lebana wird vermisst! Der junge Krieger, der gleichzeitig auch als "Schattenopfer" für das Reich Saya fungiert, wurde als Spion enttarnt und ist nun vom Boden verschwunden. Joana, ebenfalls eine Kriegerin, die von jeh her von den anderen gemieden wurde, kann es kaum fassen, dass "ihr" Nebai nicht mehr da sein soll. Jahre vergehen, bis ein nicht unbekannter Fremder auftaucht, der sie aber nicht zu (er)kennen scheint... Was hat Nebai so verändert und was hat es eigentlich mit diesen "Schattenopfern" auf sich? Dazu lohnt sich schon ein Blick ins Buch!

Schattenopfer soll ein Fatasybuch ab 12 Jahren sein, dennoch kann man es auch getrost als Erwachsener lesen. Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen und zieht den Leser gleich in eine völlig andere Welt. Dank der 3. Person ist man auch nicht an eine Person gefesselt und muss mit ihr subjektiv die anderen Personen entdecken, sondern der Leser kann sich gleich sein eigenes Bild von dem Geschehen machen. Da das Buch nur auf 160 Seiten ausgelegt wurde, ist das ziemlich praktisch.

Die Thematik mit den Schattenopfern, Menschen die schon vor der Geburt ausgewählt wurden, das Unglück der Welt auf sich zu nehmen, gefiel mir ausgesprochen gut. Ich mag es, wenn Bücher für Kinder auch einen "lehrreichen" Teil haben. Dazu kam das Buch auch völlig ohne Vampire aus, was für viele sicherlich auch eine Abwechslung darstellt. Auch der Ablauf der Geschichte war recht abwechslungsreich und zeigte immer wieder neue Wendungen, die am Ende einen völlig anderen Plot ergeben, als man es am Anfang erwartet.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass vieles schwammig blieb. Dabei meine ich nicht, dass man das Geschehen nicht richtig verfolgen konnte, sondern die Tatsache, dass vieles einfach unbeschrieben war. Wann spielt das Buch? Gestern, heute, morgen? Wie muss ich mir Saya vorstellen? Immerhin lebt das Oberhaupt des Landes mit seinen Kriegern in einem Haus, marschiert täglich durch die Stadt und ist für die Aushilfen im Krankenhaus verantwortlich. Groß kann es also nicht sein. Fängst man dann aber an, sich an eine Stadt à la "Agrabah" aus Aladin zu gewöhnen, oder es sich so vorzustellen, haut der Tapetenkauf einen wieder raus. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich mir so unsicher war, was die Szenerie angeht. Auch die Charaktere, die charakterlich zwar gut ausgearbeitet waren, sympathisch und abwechslungsreich, blieben, bis auf Haar- und Augenfarbe unbeschrieben. Diese beiden Beschreibungen werden für Joana und Nebai häufig erwähnt, sodass man fast denkt, Joana heißt wirklich "die Blonde".

Alles in allem ist dieses Buch aber dann doch recht gelungen. Sicher nicht perfekt, aber ein sehr guter Anfang, von vielleicht etwas Großem. Es ist fast ein wenig eine kleine Parabel, die Kindern anschaulich erklärt, dass Unglück nun einmal zum Leben gehört. Verpackt ist alles in einer kleinen "Liebesgeschichte", in der ebenfalls zu erkennen ist, dass Personen sich entwickeln können und Ängste ebenfalls dazugehören. Da alles nicht zu blutig oder brutal beschrieben wird, sehe ich auch kein Problem bei dem alter ab 12. Wahrscheinlich ist "Pokemon & Co" brutaler als dieses Buch.

Jana Kleinkes Schattenopfer erhält also trotz kleiner Mängel 4 Pfoten, weil ich auch nach mehreren Wochen nach der Lektüre über das Prinzip "Schattenopfer" grübeln und denken konnte. Diese Nachhaltigkeit muss einfach belohnt werden.

Autor: Jana Kleinkes
Buch: Schattenopfer
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