Rezension zu "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen

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Ennilain

Vor 1 Jahr

(12)

Elisabeth Bennet wächst mit ihren 4 Schwestern in einer ländlichen Region in der nähe von London auf. Obwohl ihre Familie der besseren Gesellschaft angehört, ist ihr Vermögen recht überschaubar, da sich das Familienerbe nach dem Tod des Vaters auf den nächsten männlichen Verwandten übertragen wird. Aus diesem Grund hat es sich Elisabeths Mutter zur Aufgabe gemacht die 5 Töchter so schnell wie möglich zu verheiraten. In ihren Augen ist die Institution Ehe eine Lebenssicherung für ihre Kinder. Während für Frau Bennet vor allem das Vermögen der potenziellen Schwiegersöhne eine Rolle spielt, sehnen sich Elisabeth und ihre ältere Schwester Jane nach einer wahren und aufrichtigen Liebe. Als der wohlhabende Mr. Bingley in der Nachbarschaft auftaucht, scheint ein Ehemann für Jane gefunden. Einzig Mr. Darcy, ein guter Freund des neuen Nachbarn, ist Elisabeth ein Dorn im Auge. Diesem scheinbar so stolzen und unnahbaren Mann kann sie einfach nichts abgewinnen. Doch nach einigen unangenehmen Vorfällen, muss sie ihre Meinung ändern …

Stolz und Vorurteil war mein erster Roman von Jane Austen. So viele Worte des Lobes hatte ich über dieses Buch vernommen, dass ich schließlich auch dazu griff. Dieser Griff hat sich wirklich gelohnt, habe ich doch eine Autorin entdeckt, die mit so viel Witz, Ironie und scharfer Beobachtungsgabe ihre Bücher zum Leben erweckt. Bereits auf den ersten zwei Seiten hat es Austen geschafft mich völlig in ihren Bann zu ziehen. Das lag vor allem an Mr. Bennet, dem Vater der 5 Mädchen. Durch seine sarkastischen Reden brachte er mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln. Aber nicht nur er. Der Autorin ist es gelungen eine bunte Mischung an so unterschiedlichen, aber glaubwürdigen Charakteren zu schaffen. Während Elisabeth eine kluge und unabhängige junge Dame ist, sind ihre jüngeren Schwestern eher naiv und ungebildet. Gleiches gilt für Frau Bennet und einige Damen aus der Nachbarschaft.

Das Buch lebt vor allem von den durchdachten Dialogen. Durch sie lernen wir die Protagonisten erst richtig kennen. Charakterstärken und – schwächen werden sichtbar. Und vor allem von letzteren gibt es einige. Oberflächlichkeit, Naivität, Dummheit, Arroganz – ihnen allen begegnen wir.

Das gesellschaftliche Leben, die Liebe und Vermögen sind die zentralen Themen des Buches. Dabei wird auf Kitsch und allzu schnulzige Elemente verzichtet. Vielmehr steht die Gesellschaftskritik im Mittelpunkt. Ein Beispiel dafür sind die Ansprüche, welche die verschiedenen Parteien an die Ehe stellen. Standesgemäß soll es sein, die Partner vermögend und gutaussehend. Ob das Paar dabei wirklich glücklich ist, ist nebensächlich. Aber genau diese Konventionen sind es, gegen die sich Elisabeth sträubt.
Betrachtet man das Buch im Hinblick auf den Titel, lässt sich darauf schließen, dass Mr. Darcy für den Stolz und Elisabeth für das Vorurteil steht. Sie stehen im Mittelpunkt der Geschichte und erleben eine charakterliche Weiterentwicklung.

Je mehr ich über das Buch nachdenke, umso besser gefällt es mir. Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein, was ich daran kritisieren könnte. Überhaupt hatte ich lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen. Bis in die Nacht bin ich wach geblieben und habe Seite um Seite verschlungen. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht. Kann man von einem Buch mehr erwarten?

Fazit:
Stolz und Vorurteil von Jane Austen ist ein rundum gelungener Roman, der Humor, Gesellschaftskritik und das Thema Liebe auf so wunderbare Weise vereint, dass es einfach nur ein Genuss ist dieses Buch zu lesen. Obwohl Liebe eine zentrale Rolle spielt, wirkt nichts kitschig oder übertrieben. Das war mein erstes Buch von Austen, aber sicher nicht das letzte.

Autor: Jane Austen
Buch: Stolz und Vorurteil
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