Rezension verfasst vor 9 Monaten
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Verstand und Gefühl
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Welch ein Schock für Elinor Dashwood, ihre Mutter und die beiden Schwestern Marianne und Margaret. Als ihr Vater stirbt, erbt sein Sohn aus erster Ehe die Ländereien und das Herrenhaus, indem sie bisher ihr Leben verbrachten, denn laut Erbrecht haben die vier Frau keine Ansprüche. Obwohl der Stiefsohn guten Willens ist, ist er beeinflussbar und seine Ehefrau hat so gar kein Interesse daran, den unliebsamen Verwandten etwas zu überlassen, das ihr gehören kann. Also, müssen die Vier sehen, wie sie nicht nur mit ihrer Trauer umgehen, sondern sich obendrein nach einer neuen Bleibe umsehen. Während sie ihre Habseligkeiten packen und nach einer Lösung ihres Wohnproblems suchen, trifft der Stiefsohn mit seiner Frau ein. Wenig später erscheint einer der Brüder der Ehefrau, Edward Ferrars, in den sich Elinor verliebt und auch ihm scheint es ähnlich zu ergehen. Er ist ganz anders als seine Schwester und strebt ein bescheidenes Leben als Landpfarrer an. Fanny, seine Schwester, beobachtet die sich anbahnende Beziehung mit Argwohn, denn Ellinor ist so gut wie mittellos und eine denkbar ungünstige Partie. So erklärt sie Elinors Mutter, dass seine Familie für Edward bestimmte Pläne habe und eine solche Verbindung nicht dazugehöre.
Glücklicherweise bittet ein Verwandter die Frauen, ein Cottage auf seinem Besitz zu beziehen und sie willigen ein. Obwohl die Schwestern und ihre Mutter mit der Situation hadern, behält Elinor einen kühlen Kopf und übernimmt die Verantwortung und Entscheidungen für die Familie.
Sir Middleton und seine Familie nehmen die Frauen herzlich auf, doch bleiben sie nicht die einzigen neuen Bekannten. Während eines Spaziergangs, der in einem Unfall endet, eilt Marianne ein gutaussehender Mann zu Hilfe. Marianne ist überaus romantisch und es ist für sie Liebe auf den ersten Blick. Leider übersieht sie in ihrer Schwärmerei, dass auch der ältere und zuverlässige Colonel Brandon Gefühle für sie hegt. Nicht nur Marianne durchschreitet nun eine Zeit der Irrungen und Wirrungen, sondern auch Elinor, der Edward nicht aus dem Kopf geht. Konfrontiert wird sie mit ihm zu allem Unglück zudem durch Lucy Steele, die Gast von Sir Middleton ist und eine besondere Rolle in Edwards Leben spielt.
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Natürlich steuert nach vielen Hindernissen alles auf ein Happy End für Elinor und Marianne zu, doch bis dahin wird man bestens unterhalten und kann auch seiner romantischen Ader frönen.
Ich liebe die Geschichten und den Schreibstil von Jane Austen. Damit ist eigentlich alles gesagt. Es ist herrlich, wie sie Situationen und Menschen beschreibt und Dinge pointiert darstellen kann. Man erlangt die Erkenntnis, dass sich die Menschen früherer Jahrhunderte weniger von uns unterscheiden als man dachte und die menschlichen Probleme sich ebenfalls irgendwie immer ähneln. Dies schafft Jane Austen auch durch eine facettenreiche Darstellung ihrer Charaktere, die es der Leserin ermöglicht, sich in Elinor und Marianne hineinzuversetzen.
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Sehr empfehlenswert ist auch die werkgetreue Verfilmung Sinn und Sinnlichkeit mit Emma Thompson als Elinor, Kate Winslet als Marianne, Alan Rickmann als Colonel Brandon und Hugh Grant als Edward Ferrars. Der Regisseur Ang Lee schafft es, die Atmosphäre, den Witz und die Romantik der Vorlage auf Zelluloid zu bannen.
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