Rezension verfasst vor 1 Jahr
(20)
Als Isabelles Vater stirbt hinterlässt er ihr nicht nur das Haus in dem sie ihre Kindheit verbracht hat, sondern auch ein rätselhaftes Amulett, das den kaum leserlichen Notizen nach aus Marokko stammt. Kaum hat sie es berührt, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise mit ihm verbunden. Sie träumt von vergangenen Zeiten und von Erfahrungen, die sie selbst nie gemacht hat. Und so begibt sie sich auf die Suche nach den Spuren des Amuletts, denn eins ist sicher. Dieses Amulett hat eine lange Reise hinter sich, eine Reise in die auch Isabelle irgendwie verwickelt ist.
In Marokko angekommen lernt sie Taib kennen. Als er von Isabelles Amulett erfährt, nimmt er sie mit in ein weit abgelegenes Dorf. Dort lebt eine alte Frau, die Tamaschek, die alte Sprache der Tuareg, lesen kann.
Doch sie haben kein Glück. Als sie bei der alten Frau ankommen, liegt diese bereits im Sterben und ist fast erblindet. Es ist ihr nicht mehr möglich die Worte auf dem Amulett zu entziffern. Ihr letzter Wunsch ist es noch einmal die Wüste zu sehen. Da Taib ein Auto hat mit dem er ihr diesen Wunsch erfüllen kann, nehmen er und Isabelle die alte Frau mit sich, nicht ahnend, dass diese Entscheidung ihr ganzes Leben verändern wird.
Im Wechsel zu Isabelles Reise wird die Geschichte einer jungen Frau namens Mariata erzählt.
Mariata ist eine Tuareg-Prinzessin. Als ihre Mutter stirbt, schickt ihr Vater sie zu seiner Schwester, weil er sie dort in Sicherheit glaubt. Doch Mariata ist im Stamm von Dassine alles andere als sicher. Die Stammesangehörigen behandeln sie nicht mit dem nötigen Respekt und machen sich nur lustig über ihre Abstammung. Als Rhossi, einer der jungen Männer des Stammes, versucht sie gegen ihren Willen zu seiner Frau zu machen, flieht Mariata.
Sie wird von einem anderen Stamm aufgenommen und verliebt sich dort in den Krieger Amastan. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern und so werden sie noch in ihrer Hochzeitsnacht durch einen Angriff voneinander getrennt. Mariata wird von ihrem Vater und ihren beiden Brüdern mit in eine Stadt genommen, in der ihr Vater nun mit seiner neuen Frau lebt. Als sich dann herausstellt, dass Mariata von Amastan schwanger ist, hat ihre Stiefmutter es noch eiliger sie zu verheiraten. Verzweifelt sucht Mariata einen Ausweg aus dieser Situation. Niemals soll ihr Kind den Namen eines anderen Mannes als den von Amastan tragen. Ihr gelingt die Flucht in die Wüste, doch dort lauern noch größere Gefahren als die Hitze und der Durst.
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Dieses Buch enthält die faszinierende Geschichte zweier Frauen, die auf so unterschiedliche Weise ihr Leben gelebt haben und doch untrennbar miteinander verbunden sind.
Mariatas Geschichte zeigt dem Leser die Welt mit den Augen einer Tuareg. Sie erzählt von der Liebe, den Schwierigkeiten des Alltags und dem Aberglauben, der in dieser Kultur noch immer sehr stark ist. Und sie erzählt von dem Krieg, der die Völker der Wüste fest in seiner Hand hält.
Der Leser wird in eine Welt entführt, von der er glaubt, sie sei durch Jahrhunderte von der seinen getrennt, nur um dann festzustellen, dass es höchstens ein halbes Jahrhundert ist.
Dann ist da Isabelle. Erst der kleine Wildfang und dann die erwachsene Frau, die sich dem Leben der Londoner Mittelschicht angepasst hat. Die Frau, die ihr eigentliches Selbst tief in ihrem Innersten eingesperrt hat, aus Angst es könne sie eines Tages erneut verraten.
Der Autorin gelingt es fast spielerisch den Leser in diese Welt hineinzuziehen und mit der Faszination, die sie zweifelsohne für die dort lebenden Menschen hegt, anzustecken.
Erleben Sie die Wüste aus einem völlig anderen, fast mystischen Blickwinkel. Tauchen sie ein in die Welt der Wüstenvölker und lernen sie die Seele der Wüste kennen.
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