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Vor 1 Jahr
(5)Nachdem ich schon vor einigen Jahren die ersten beiden Bücher von Volker Uhl verschlungen habe, war für mich klar, dass ich nun auch „Seine Toten kann man sich nicht aussuchen“ von Janine Binder lesen musste. Denn ich bin von Natur aus eine neugierige Person und finde es immer interessant, wenn ich einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag anderer Berufsgruppen erhaschen kann.
Janine Binder erzählt in chronologischer Reihenfolge von verschiedenen Einsätzen bei der Kölner Polizei. Ihre Geschichten beginnen kurz nach der Beendigung ihrer Ausbildung und dem Wechsel zur Autobahnpolizei. Bereits nach wenigen Seiten wird klar, dass Janine Binder sehr schnell erwachsen werden musste. Denn während ihre Freunde feiern gingen, wurde sie zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen.So sah bereits als junge Erwachsene mehr Leid als andere Menschen in ihrem ganzen Leben.
Mir hat dieses Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Auf anschauliche Art und Weise lässt Janine Binder den Leser an ihrem Arbeitsalltag teilhaben und erzählt von den Ereignissen, die sie besonders gewegten. Geschönt wird dabei nichts. So war ich bei mancher Schilderung eines Leichenfundes froh nur davon zu lesen. Während der Lektüre merkt man, dass Janine Binder versucht dem Leser die Personen hinter der Uniform zu zeigen. Zu verdeutlichen, dass Polizisten auch nur Menschen sind und keine Maschinen, die einfach nur funktionieren. Ich finde, dass ihr ganz gut gelungen ist. Das einzige Kapitel, das einen etwas faden Beigeschmack hinterlassen und bisher sehr positiven Gesamteiindruck getrübt hat, ist das über die psychisch labilen Personen.Denn während Janine Binder bei allen anderen Kapitel fast schon um Nähe wirbt, hatte ich den Eindruck, dass sie den Leser bei diesem speziellen Kapitel von oben herab behandelt. Hier wird sie nicht müde zu erwähnen wie schwierig der Umgang mit diesen Personen ist. Dabei ist jedem klar, dass psychisch labile Personen eine besondere Aufmerksamkeit benötigen. Dies muss nicht mehrfach betont werden.
*Fazit:*
Insgesamt hat „Seine Toten kann man sich nicht aussuchen“ von Janine Binder einen positiven Eindruck hinterlassen und dem Leser ein gutes Bild der Polizeiarbeit geliefert. Bis auf das eine Manko ist es ein gelungenes Buch. Wer die anderen Bücher der Polizeipoeten mochte, der wird auch an diesem Buch seine Freude haben.
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