Eine kurze Reise, mal war sie lang, eine süße Reise, mal war sie traurig, geht nun zu Ende. Drei Bücher lang begleiteten mein Freund und ich, Edward. Unseren Edward, der sich entwickelt, der Dinge lernt, die er nicht von sich dachte und Freunde findet, die er sonst nie gehabt hätte.
Auch in „Song“ geht es wieder rasant weiter und von Anfang an ahnt der Leser: Wir müssen Abschied nehmen von Edward und seiner Welt. Doch zuerst einmal fragt man sich: Wird Edward lernen zu singen wie ein Wächter? Wird er seinen Vater retten können und seine Mutter finden? Oder wird das Böse gewinnen und allen Wächtern die Flügel stutzen? Auch Edward hat angst um seine schwarzen Flügel und Angst um seine Familie sowie seine Freunde. Aber wer soll sonst die Brücken wieder aufbauen? Jetzt wo klar ist, dass nur dann das Böse besiegt werden kann? Die Zweifel in Edward sind schon groß genug, als er auch noch vergiftet wird und plötzlich scheint alles zu spät….
Das Buch kam und schon saßen wir wie bei Band Eins und Zwei auf dem Sofa und lasen. Erst stellten wir noch kurze Fragen: Wer war das noch mal? Haben wir diese Figur schon getroffen? Aber nach und nach fiel uns alles wieder ein, der Werdegang von Edward wurde wieder präsenter. Leider gibt es meiner Meinung nach einen zu kurzen Rückblick, so dass man manchmal ein paar Gedächtnislücken nicht füllen kann. Aber wir waren zu zweit und so ließen wir und wieder nach Woodbine bringen und kämpften mit Edward gegen das Böse.
Jonathan Lethcoe lässt wieder jede Menge Überraschungen aus dem Sack während man gespannt wartet, ob Edward seine dritte Prüfung bestehen wird. Und man leidet mit! Schon mit wenigen Worten schafft es Lethcoe den Leser zu verwirren und ihn traurig zu machen.
Was aber überrascht ist, dass das dritte Buch (genau wie ein paar anderen Buchreihen) gruseliger und blutiger wird. So musste ich mich einmal schütteln, als ich etwas über seltsames Getier las und dachte: das würde ich meinem Kind ohne Bedenken nicht mehr vorlesen. Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Edward älter wird oder die Geschichte an sich einen reiferen Ton anschlägt.
Es ist ein würdiger Abschluss und Abschied rund um Edward. Obwohl ich mir am Ende gewünscht habe, mit Edward weiter zu gehen und „mehr“ zu erfahren, bin ich rund herum zufrieden als ich den Deckel schließe.
Bis bald Edward! Vielleicht sieht man sich mal wieder!
Fazit:
Für alle diejenigen, die den Artikel nun bis hierhin übersprungen haben: Es ist wieder ein tolles Buch von Lethcoe, dass allerdings mit ein paar anderen Dinge brilliert, die es so in den Vorgängern nicht gegeben hat. Sollte man hier weiterhin, die kleine Kindergeschichte erwarten, muss man damit rechnen auch blutige Dinge und bösartige Momente zu erleben. Edward wächst aus seinen Kinderschuhen heraus, auch wenn es nur minimale Änderungen sind. Es ist ein würdiger Abschluss einer Trilogie, die ich gerne und immer schnell gelesen habe. Denn auch wenn sich die Sprache des Autors nicht verändert und Edward wächst, bleibt es eine kurzweilige Geschichte, die man sehr lieb gewinnen kann.